Einkaufsmanagerindizes im Euroraum: Industrie bremst weiter, vor allem in Deutschland

Insgesamt hat sich die Stimmungslage der europäischen Einkaufsmanager im Mai leicht aufgehellt. Der Composite-Index stieg aber nur marginal von 51,5 auf 51,6 Indexpunkte. Die Messzahl für die Gesamtlage im verarbeitenden Gewerbe konnte sich nicht verbessern und bleibt unter der neutralen Marke von 50 Indexpunkten. Allein ein leichter Anstieg der Produktionskomponente sorgte dafür, dass der Composite-Index etwas zulegen konnte. Denn bei den Dienstleistern musste auch ein leichter Rückgang verzeichnet werden. Ein in der Summe weiter rückläufiges Exportgeschäft drückt auf die Stimmung der Einkaufsmanager. Insgesamt dürfte sich auf Basis dieser Umfrageergebnisse der Aufschwung im Euroraum fortsetzen; die Wachstumsrate im zweiten Quartal dürfte aber die 0,4% aus dem ersten Quartal schwerlich erreichen.

Die zunehmende Diskrepanz zwischen Deutschland und Frankreich ist bemerkenswert. Das deutsche Wirtschaftsmodell, das auf industrielle Produktion und Export ausgerichtet ist, kommt im jetzigen Umfeld natürlich an seine Grenzen. Im Gegensatz dazu ist das binnenwirtschaftlich orientierte Modell von Frankreich zurzeit noch relativ robust gegenüber den zunehmenden Handelsstreitigkeiten zwischen USA und China. Wenn diese Entwicklung anhält, wird sich aber auch Frankreich mittelfristig nicht vollständig abkoppeln können.

Die Stimmung der deutschen Einkaufsmanager fiel im Mai gemäß den veröffentlichten Vorabergebnissen verhalten aus. Der Composite-Index für Deutschland stieg leicht von 52,2 im April auf 52,4 Indexpunkte im Mai an. Aber wirklich verbessert hat sich die Gesamtsituation kaum. Die Industrieproduktion sank zwar weniger stark als zuvor, die Gesamtlage bei den Dienstleistern und im verarbeitenden Gewerbe wurde von den befragten Einkaufsmanagern aber nicht wirklich besser eingeschätzt. Erneut ist es die Komponente für die Auftragseingänge, die Sorge bereitet. Die Schwäche in der Industrie ist demnach zur Mitte des zweiten Quartals 2019 noch nicht überstanden.

In Frankreich stieg der umfassende Composite-Index im Mai von 50,1 auf 51,3 Zähler. Der höchste Wert seit sechs Monaten deutet auf eine leichte Verbesserung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung hin. Auf Branchenebene verzeichneten sowohl der Index für die Dienstleister als auch für das verarbeitende Gewerbe leichte Verbesserungen. Beide Messzahlen liegen wieder oberhalb der 50 Zähler. Zur Verbesserung trugen – im Gegensatz zum rechtlichen Euroraum – die Auftragseingänge bei, die im Servicebereich zulegten und im Industriebereich nur noch leicht sanken. Die Verbesserung bei den Aufträgen sorgte auch dafür, dass die befragten Einkaufsmanager weiterhin von steigenden Beschäftigungsabsichten berichten.

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