China verkauft Treasuries: eine Warnung an Trump?

Es wird immer wieder darüber spekuliert, ob China seine massiven Bestände an US-Staatsanleihen als Waffe im (Handels-)Kampf gegen die USA einsetzen könnte. Die aktuellen Daten des US-Finanzministeriums dürften diese Spekulationen erneut befeuern: Nachdem China im März bereits US-Treasuries im Wert von 20 Mrd. US-Dollar verkauft hatte, folgten im April erneute Verkäufe von 10 Mrd. US-Dollar. In den vergangenen zwölf Monaten hat China somit beeindruckende 86 Mrd. US-Dollar an US-Staatsanleihen abgestoßen. Wie die Grafik unten zeigt, ist dies weder das erste Mal, dass Chinas Treasurybestände fallen, noch ist die derzeitige Episode rekordverdächtig. Bereits 2016 hatten die Chinesen sich von US-Staatsanleihen getrennt, damals summierten sich die Verkäufe auf noch beeindruckendere 150 Mrd. US-Dollar. Einen wichtigen Unterschied gibt es jedoch: 2016 befanden sich Chinas Devisenreserven im Sinkflug, bedingt durch die Bemühungen der Regierung, eine zu schnelle Abwertung des CNY zu verhindern. Selbiges war in den vergangenen zwölf Monaten jedoch nicht der Fall, die aktuellen Verkäufe sind also nicht durch einen Abbau von Reserven bedingt. Wir bezweifeln zwar weiterhin, dass China bereit ist, ernsthaft über eine radikale Liquidierung des Treasuryportfolios nachzudenken. Zu schmerzhaft wären die Nebenwirkungen. Für einen Warnschuss in Richtung Washington ist das Portfolio jedoch allemal gut.

China verkauft US-Treasuries – trotz stabiler Reserven
LS: Chinesische Käufe von US-treasuries (12m Summe); RS: Chinesische Währungsreserven; Beides USD Mrd.

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