Inflationsrate im Euro-Raum ohne große Bewegung – EZB steht unter hohem Erwartungsdruck

Im Juni hat sich die Inflationsrate im Euro-Raum nicht bewegt. So lag die jährliche Teuerungsrate der Verbraucherpreise mit 1,2% genauso hoch wie im Vormonat. Dabei haben zwei gegensätzliche Effekte auf den harmonisierten Verbraucherpreisindex eingewirkt: Auf der einen Seite hat der geringere Preisauftrieb bei den Energiepreisen die Inflationsrate gesenkt. Auf der anderen Seite stiegen die Dienstleistungspreise nach dem Auf und Ab in den Vormonaten aufgrund des späten Osterfests in diesem Jahr wieder etwas stärker und erreichten das gewohnte Maß.

Auf Länderebene zeigte sich in den Volkswirtschaften, die ebenfalls schon erste Schätzungen zur Preisentwicklung abgegeben haben, eine unterschiedliche Preisdynamik. In Deutschland blieb der harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) unverändert bei 1,3%, in Frankreich stieg er von 1,1 auf 1,4%. In Spanien ermäßigte sich der Preisauftrieb von 0,9 auf 0,6%. Die italienische Inflationsrate ging von 0,9 auf 0,8% zurück. Einheitlich schwächte sich in allen Ländern der Preisauftrieb für den Bereich Energie ab, während die Dienstleistungspreise etwas stärker zulegen konnten.

Mit den aktuellen Inflationsdaten dürfte für die EZB der Erwartungsdruck hoch bleiben, in der kommenden Sitzung den Einlagensatz von aktuell minus 0,4% weiter zu senken. Die hohen Erwartungen an den Finanzmärkten hat die EZB der, für allen überraschenden, Aktion von EZB-Chef Draghi zu verdanken, der ohne große Not eine weitere Lockerung der Notenbankpolitik angekündigt hat. Die Inflation wird sich durch eine weitere Absenkung des Einlagensatzes sicherlich nicht beschleunigen. Im Gegensatz muss man in den kommenden Monaten eher mit einer rückläufigen Inflation rechnen, da die Energiepreise weiter fallen sollten. Die Glaubwürdigkeit der Notenbankpolitik wird durch solche Aktionen sicherlich nicht gestärkt.

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