Auftragseingänge im verarbeitenden Gewerbe geben Anlass zur Sorge

Bei den Unternehmen im deutschen verarbeitenden Gewerbe gehen immer weniger Aufträge ein. Im Mai gaben die Auftragseingänge preis-, kalender- und saisonbereinigt um 2,2% gegenüber April nach. Im Vergleich zum Mai 2018 waren es sogar 8,6%. Der aktuelle Rückgang ist dabei auf eine schwächere Nachfrage aus dem Ausland zurückzuführen. Die Aufträge aus Deutschland entwickelten sich dagegen zuletzt wieder etwas positiver.

Die schwachen Auftragseingänge sind eine weitere Folge der Abkühlung der Weltwirtschaft und der Auswirkungen des Handelsstreits zwischen China und den USA. Längerfristig zeigt sich dies sowohl an einem Nachfragerückgang aus den Ländern außerhalb des Euroraums, aber auch an einem deutlich gesunkenen Interesse der europäischen Nachbarn an deutschen Industrieerzeugnissen. Besonders betroffen sind die exportabhängigen Industrieunternehmen.

Im bisherigen Jahresverlauf gingen die Auftragseingänge im verarbeitenden Gewerbe um über 5% gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum zurück. Betroffen von dieser negativen Entwicklung waren dabei alle größeren deutschen Industriebranchen, auch wenn manche Segmente des verarbeitenden Gewerbes in einzelnen Monaten vorübergehend ein besseres Ergebnis erzielen konnten. Mit rund 9% brachen die Aufträge in den ersten fünf Monaten dieses Jahres besonders stark im Maschinenbau und in der Metallerzeugung und –bearbeitung ein. Vergleichsweise wenig betroffen waren dagegen die Hersteller von „DV-Geräten, Elektronik und Optik“ mit einem Orderrückgang von knapp 2%.

Insgesamt mehren sich die Anzeichen, dass wir es nicht nur mit einer kurzen Konjunkturdelle zu tun haben, sondern sich die exportorientierten Segmente der deutschen Industrie auf eine etwas länger andauernde Schwächeperiode einstellen sollten.

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