Zinsen – how low can you go?

Vor einigen Tagen ist die Rendite von deutschen Bundesanleihen mit 10-jähriger Restlaufzeit unter die Marke von -0,4 Prozent gefallen. Bei -0,4 Prozent hat die Europäische Zentralbank den Einlagenzins festgesetzt, also den Satz, zu dem die Banken ihre überschüssige Liquidität bei der EZB parken können. Demnach erschien es Investoren also zumindest vorübergehend attraktiver, ihr Geld in langlaufende Bundesanleihen zu investieren, obwohl sie dafür selbst im Vergleich zur sicheren, flexiblen und kurzfristigen Anlage bei der EZB einen zusätzlichen Strafzins berappen müssen.

Zwar hat sich die Bundrendite in den letzten Tagen etwas erholen können, doch drängt sich nach dieser Erfahrung die Frage auf: Wie tief können die Renditen auf sichere Staatsanleihen noch sinken? Wir kommen zu dem Schluss, dass bei der Rendite wohl noch gehörig „Luft nach unten“ ist. Wenn sich die schwelenden ökonomischen und politischen Risiken wie der „harte“ Brexit und eine weitere Eskalation im Handelsstreit materialisieren und die EZB ihr Anleihekaufprogramm wiederbelebt, würde es mit der Bundrendite wohl noch weiter abwärts gehen.

Während die wieder expansivere Geldpolitik die Zinsen nach unten drückt, erhalten die Aktienmärkte dadurch neuen Auftrieb, selbst wenn sich die konjunkturellen Perspektiven verschlechtert haben. Profiteure sind nicht zuletzt passive gemanagte Fonds, die in den letzten Jahren verstärkt Marktanteile gewonnen haben. Das kann auch mit neuen Risiken für die Finanzstabilität verbunden sein.

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