Zinsfantasie am Aktienmarkt übertrieben

Die Hoffnung auf eine Leitzinssenkung der amerikanischen Notenbank Ende Juli hat die US-Börsen auf neue Höchststände getrieben. So knackte der S&P 500 zuletzt die Marke von 3.000 Punkten und der Dow Jones überschritt erstmals die 27.000 Punkte-Linie.

Grundsätzlich sind geringere Zinsen gut für die Aktienmärkte, da diese sowohl die wirtschaftliche Aktivität fördern als auch die relative Attraktivität von Aktien gegenüber Bonds erhöhen. Die langfristigen historischen Daten zeigen, dass der US-Aktienmarkt in den Folgemonaten nach der ersten Leitzinssenkung im Durchschnitt eine positive Aktienkursentwicklung und einen Anstieg des Bewertungsniveaus verzeichnete. Die beiden letzten Wendepunkte 2000 und 2007 zeichnen allerdings ein anderes Bild. Diese Daten deuten darauf hin, dass wenn der Hochpunkt bei den Unternehmensgewinnen im Konjunkturzyklus bereits erreicht wurde, geringere Zinsen die Aktienmärkte nicht mehr längerfristig treiben können.

Wir befinden uns aktuell bereits in einer späten Phase des Konjunkturzyklus und die Risiken für die weitere wirtschaftliche Entwicklung sind in den letzten Monaten deutlich angestiegen. Die Gewinndynamik der US-Unternehmen ist bereits sehr schwach und die Belastungen münden in einer zunehmenden Anzahl von Gewinnwarnungen. Daher sollte die bevorstehende Zinssenkung zwar das Potenzial besitzen die Bewertung der Aktienmärkte nochmals kurzfristig ansteigen zu lassen, das Beste dürfte allerdings bereits hinter uns liegen.

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