Industrie zieht Privatwirtschaft im Euro-Raum nach unten

Die Stimmungslage der europäischen Einkaufsmanager hat sich im Juli gemäß der Umfrage von IHS Markit weiter eingetrübt. Während die Messzahl für die Industrie nachgab und auf den niedrigsten Wert seit mehr als sechs Jahren rutschte (46,4 Punkte), hält sich die Stimmung der Dienstleister trotz eines leichten Rückgangs auf einem komfortablen Niveau (53,3 Punkte). Der umfassende Composite Index notiert damit bei 51,5 Punkte nach 52,2 Zählern im Vormonat. Die ausgeprägte Schwäche in der Industrie ist vor allem auf die schlechte Stimmungslage in Deutschland zurückzuführen. Angesichts dessen ist zu Beginn des dritten Quartals auf Basis der Umfrageergebnisse nicht mit einer konjunkturellen Erholung zu rechnen.

In Deutschland bleibt die Zweiteilung der Stimmungslage zwischen Industrie und Dienstleistern bestehen, denn der Index für die Industrie sank mit 43,1 Punkten auf den niedrigsten Wert seit Juli 2012. Das Stimmungsbarometer für den Service-Bereich gab auch nach, es bleibt aber mit 55,4 Punkten noch komfortabel im Expansionsbereich. Der Industrie machen sinkende Auftragseingänge und hier vor allem deutlich niedrigere Exportaufträge zu schaffen. Das Ergebnis für die Exportgeschäfte war nach Angaben von IHS Markit das schlechteste seit zehn Jahren. Die Folge der mehr als eingetrübten Auftragslage sind zudem sinkende Beschäftigungsabsichten in der Industrie. Zu Beginn des dritten Quartals wird die deutsche Industrie mehr und mehr ein konjunktureller Problemfall. Und eine Besserung ist nicht in Sicht, denn die Geschäftserwartungen sind weiter gesunken.

Auch in Frankreich hat sich die Stimmung der Einkaufsmanager in beiden Bereichen eingetrübt. Der Composite-Einkaufsmanagerindex notiert gemäß der ersten Veröffentlichung bei 51,7 Punkten nach 52,7 Punkten im Vormonat. Dabei gaben sowohl die Messzahlen der Industrie als auch im Dienstleistungsbereich nach. Allerdings ist die Zweiteilung in Frankreich nicht so stark ausgeprägt. So liegt der Index für die Industrie genau auf der neutralen Marke von 50 Indexpunkten, der der Dienstleister bei 52,2 Zählern. Die schwächeren Ergebnisse im Juli werden gemäß IHS Markit auf langsamere Zuwächse bei den Auftragseingängen sowie sinkende Umsätze in der Industrie zurückgeführt.

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