Schafft Boris Johnson den Brexit?

Der Brexit-Hardliner Boris Johnson wird neuer Premierminister Großbritanniens, und er will das Land aus der EU führen – koste es was es wolle. Zunächst wird er versuchen, die EU zu einer Wiederaufnahme der Vertragsverhandlungen zu bewegen. Denn der ausgehandelte Vertragsentwurf ist aus seiner Sicht unannehmbar für Großbritannien. Der Entwurf hat im britischen Unterhaus ohnehin keine Chance auf eine Mehrheit, wie Amtsvorgängerin Theresa May bitter erfahren musste.

Doch wird die EU neuen Verhandlungen überhaupt zustimmen? Es sieht nicht so aus. Johnson wird sicherlich versuchen, mit neuen Angeboten und allerlei Drohungen die Gegenseite zum Nachgeben zu zwingen. Allein, die Erfolgsaussichten sind mager. Wenn er damit scheitert, will er den harten Brexit vollziehen. Die entscheidende Frage ist, ob das britische Parlament ihn daran hindern kann. Es bleibt zu hoffen, doch das „Hard-Brexit”-Risiko ist mit Johnsons Ernennung zweifellos gestiegen.

Das Risiko eines verunglückten Brexit ist für die globale Wirtschaft derzeit nur eines unter vielen, darauf hat in dieser Woche auch der Internationale Währungsfonds in seinem neuen weltwirtschaftlichen Ausblick hingewiesen. Für viele Anleger ist die allgemeine Unsicherheit – neben den extremen Niedrigzinsen – sicherlich ein weiterer Grund, möglichst krisenfeste Investments zu suchen. Gold ist darunter wohl das prominenteste. Die Anpassung des geldpolitischen Kurses in den USA und Europa in den letzten Wochen ist auch nicht ohne Auswirkungen auf den Goldmarkt geblieben: Wir haben daher unsere 12-Monats-Prognose für den Goldpreis merklich angehoben.

Artikel bewerten


Vielen Dank für Ihre Wertung. Ihre Wertung:
Aktuell ist noch keine Bewertung vorhanden. Seien Sie der Erste! Aktuelle durchschnittliche Bewertung des Artikels: 4.24

Hinterlasse eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *