USA: Solides Wirtschaftswachstum in Q2, dank Kauffreude der Verbraucher

Vor allem dank eines kräftigen Schubs vom privaten Konsum ist die US-Wirtschaft im zweiten Quartal auf das Jahr hochgerechnet um 2,1 Prozent gewachsen. Im Vergleich zum kräftigen Jahresauftakt hat sich die Wachstumsdynamik damit weniger stark verlangsamt als erwartet. Die deutlich bremsenden Effekte vom Außenhandel und von den Lagervorräten entsprechen hingegen unseren Erwartungen. Zum einen hatten diese im ersten Quartal das Wachstum deutlich gestützt. Zum anderen spiegeln beide Faktoren seit ungefähr einem Jahr das Auf und Ab beim Handelskonflikt mit China wider und zeigen dementsprechend starke Schwankungen.

Die jüngsten Zahlen belegen, dass der private Konsum weiterhin seiner Rolle als Wachstumsgarant gerecht wird. Angesichts der sehr guten Beschäftigungssituation in den USA ist das keine allzu große Überraschung. Nachdem zwei Quartale in Folge eher verhaltene Wachstumsraten beim privaten Verbrauch verzeichnet worden waren, waren Zweifel an der Robustheit der US-Konjunktur aufgekommen. Letztlich hatte aber wohl doch der mehrwöchige „Shutdown“ zum Jahreswechsel die Konsumdynamik nur vorübergehend gedrosselt.

Aber nicht nur der Außenhandel und die Lagerentwicklung bremsten im zweiten Quartal, sondern auch die privaten Investitionen. Die Investitionen in Gewerbebauten gingen überraschend stark zurück. Gleichzeitig wuchsen die Investitionen in Maschinen und Ausrüstungen nur geringfügig, nachdem sie bereits im ersten Quartal leicht gesunken waren. Hinzu kommt noch, dass der Abwärtstrend beim Wohnungsbau kein Ende zu finden scheint: Das fünfte Quartal in Folge wurde ein Rückgang gemeldet.

So liefern die jüngsten BIP-Daten, die auf den ersten Blick eine recht solide US-Konjunktur zeigen, dennoch der Notenbank Argumente für eine leichte Zinssenkung als „Versicherungsschritt“. Die zurückhaltende Investitionstätigkeit passt zu dem inzwischen sichtlich eingetrübten Industrieklima. In vielen Betrieben hat sich Unsicherheit wegen des anhaltenden Konflikts mit China breitgemacht. Die unverändert gute Stimmung bei den Dienstleistern und auch bei den Konsumenten spricht jedoch gegen geldpolitischen Handlungsbedarf. Andererseits ist es sehr fraglich, ob es in naher Zukunft zu einer Einigung mit der chinesischen Staatsführung kommt. Und ein weiter andauernder Disput dürfte früher oder später auch im Servicesektor und bei den Verbrauchern für Verunsicherung sorgen.

 

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