Deutsche Konjunktur unter Druck

Die Konjunktur in Deutschland ist im Frühjahr 2019 vom Wachstumskurs abgekommen. Die Wirtschaftsleistung ist zwischen April und Juni leicht um 0,1 Prozent im Vergleich zum Vorquartal gesunken. Zu Jahresbeginn stand noch ein Plus von 0,4 Prozent zu Buche.

Ausschlaggebend waren die internationalen Belastungen, die vor allem der deutschen Industrie zu schaffen machen. So meldete das Statistische Bundesamt, dass die deutschen Exporte im abgelaufenen Quartal stärker sanken als die Importe, was die Konjunktur gebremst hat. Außerdem waren die Bauinvestitionen rückläufig, was aber vor allem auf einen statistischen Sondereffekt zurückzuführen ist. Insgesamt läuft die Baukonjunktur weiter gut und stützt die wirtschaftliche Entwicklung.

Positive Impulse kamen im abgelaufenen Quartal von den privaten Konsumausgaben, die weiter zulegten. Das Umfeld für den Konsum ist mit hoher Beschäftigung und steigenden Einkommen auch weiterhin günstig. Auch der Staat hat seine Konsumausgaben erhöht. Die Unternehmen haben – trotz der unsicheren Weltlage – ihre Investitionsausgaben gesteigert. Das zeigt, dass die Binnenkonjunktur in Deutschland weiterhin stabil ist, und ein wirtschaftlicher Absturz nicht zu befürchten ist.

Eine deutliche Aufhellung des weltwirtschaftlichen Umfelds ist derzeit aber noch nicht absehbar. Die Belastungen durch den Zollstreit zwischen den beiden größten Volkswirtschaften dauern an, sie könnten sich sogar noch verstärken. Der Brexit droht „hart“ zu werden, und die Regierungskrise in Italien könnte auch zu weiteren Belastungen in der EU zu führen. Für die deutsche Industrie dauert der Druck auf der Exportseite also an. Und ohne eine durchgreifende Erholung im Industriesektor wird sich auch für die deutsche Wirtschaft insgesamt der Ausblick nicht merklich aufhellen.

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