Money for nothing…

Wer kennt nicht den Song der Dire Straits „Money For Nothing“. Die Realität hat uns sogar noch eingeholt. Für Schulden gibt es heute sogar noch Geld zurück. In dieser Logik sind Schulden also ein Vermögensgegenstand geworden und keine Belastung mehr. Damit drehen sich natürlich viele Gesetzmäßigkeiten in der realen Wirtschaft und an den Finanzmärkten um. In den USA kaufen Unternehmen mit neuen Schulden Aktien zurück, da sie sich angesichts der niedrigen Zinsen für Unternehmensanleihen Finanzierungsvorteile versprechen. In Deutschland kann man Immobilienkredite bald zum Nulltarif bekommen.

Die niedrigen Zinsen sind natürlich auch ein Grund für die steigenden Hauspreise. Das günstige Zinsumfeld bedeutet jedoch nicht, dass der Weg ins Eigenheim prinzipiell einfacher und erschwinglicher geworden ist. Vielmehr haben sich die Herausforderungen verändert. Die Hürde, die die Haushalte beim Erwerb vom Wohneigentum heute überspringen müssen, ist nicht mehr die tragfähige monatliche Belastung. Da die Eigenkapitalanforderungen der Banken mit den steigenden Immobilienpreisen zugenommen haben, limitiert vielfach das erforderliche Eigenkapital die Wünsche an eine Immobilienfinanzierung.

Die Erlösströme haben sich also verändert. Die finanzierenden Banken können heute einen geringeren Ertrag erwarten, während die Eigentümer der Immobilie einen höheren Gewinn einstreichen können, da die Preise gestiegen sind. Für den Käufer ergibt sich durch die gesunkenen Zinsen zwar auch eine Entlastung, diese ist aber verhältnismäßig klein, im Vergleich zu den sonstigen Erlösströmen. Der Gewinner der Entwicklung ist klar der Eigentümer der Immobilie.

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