Wohnen zum Nulltarif

Vom Mieterparadies Deutschland ist nicht viel übriggeblieben. Gute Angebote an günstigen Wohnungen sind von hohen Mieten und langen Wartelisten abgelöst worden. Selbst solide verdienende Familien stoßen an ihre Belastungsgrenze. Die Politik steht unter Druck, doch die Regulierungsmaßnahmen lösen die Probleme nicht, weil sich am viel zu knappen Wohnungsangebot so schnell nichts ändern lässt.

Dazu kommt, dass viele Mieterhaushalte über kaum Vermögen verfügen. Unsere europäischen Nachbarn, die im Gegensatz zu den Deutschen meist im Eigenheim wohnen, stehen besser da. Sie haben höhere Vermögen und sind besser vor Mieterhöhungen geschützt. Die niedrigen Zinsen von unter einem Prozent sind jedoch eine Chance, auch hierzulande die Verbreitung von Wohneigentum zu steigern.

Aber vermutlich verhelfen auch die niedrigen Zinsen den Deutschen nicht allen zum Eigenheim. Die Angst vor hohen Schulden und langfristigen Verpflichtungen stehen dem oft im Wege. Auf der politischen Agenda für den Wohnungsmarkt steht Mietregulierung ganz oben. Die Eigenheimförderung dürfte dagegen mit dem bis 2020 befristeten Baukindergeld enden.

Gesamtwirtschaftlich sollten die Risiken eines stärkeren Eigenheimerwerbs aber beherrschbar sein. Die niedrige Verschuldung der privaten Haushalte bietet noch einigen Spielraum. Problematischer wäre die Bildung einer Immobilienpreisblase durch eine stärkere Nachfrage. Das steigende Angebot höherer Neubauzahlen dürfte den Preisauftrieb aber dämpfen.

 

 

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