Einkaufsmanagerindizes im Euro-Raum: Tristesse im September

Der umfassende Composite-Einkaufsmanagerindex für den Euro-Raum hat gemäß der Septemberumfrage 1,5 Zähler verloren und liegt mit 50,4 Punkten (75-Monats-Tief) nur noch knapp über der Wachstumsschwelle von 50 Indexpunkten. Ausschlaggebend sind deutliche Nachfragerückgänge bei den Dienstleistern und in der Industrie. Gerade die Talfahrt der Industrie hat sich wieder beschleunigt, und es scheint immer mehr der Fall zu sein, dass der bislang robuste Dienstleistungsbereich mit nach unten gezogen wird. Nach Angaben von IHS Markit fielen die Stimmungsbarometer im gesamten Währungsgebiet so niedrig aus wie seit 2013 nicht mehr. Im Zentrum der wirtschaftlichen Schwäche scheint immer mehr die deutsche Volkswirtschaft und dabei insbesondere die deutsche Industrie zu stehen. Und gemäß den Geschäftserwartungen ist hier keine Wende zum Besseren in Sicht. Zum Ende des dritten Quartals trüben sich die Wachstumsaussichten für den Euro-Raum auf Basis der Umfrageergebnisse ein.

Der deutsche Composite-Index verlor 2,6 Zähler und rutschte mit 49,1 Punkten nicht nur unter die neutrale Marke von 50, sondern auch auf das niedrigste Niveau seit knapp sieben Jahren. Dabei gingen sowohl bei den Dienstleistern als auch in der Industrie die Stimmungsbarometer zurück. Der Index für die Industrie sackte mit 41,4 Punkten sogar auf den niedrigsten Stand seit mehr als zehn Jahren ab. Sinkende Produktionszahlen, schwache Nachfrage und pessimistische Geschäftserwartungen aufgrund der Handelskonflikte, der Probleme in der Automobilindustrie und des nicht-gelösten Brexit lasten auf der Stimmung in der Industrie. Und dies scheint nun deutlicher auch auf die Dienstleister auszustrahlen.

Auch in Frankreich hat sich die Stimmung der Einkaufmanager im September eingetrübt. Der Composite-Index bleibt aber mit 51,3 Punkten nach 52,9 Zählern im Vormonat noch oberhalb der kritischen Schwelle von 50. Auch hier gaben die beiden Messzahlen für die Dienstleister und die Industrie jeweils nach. Das Wachstum der Auftragseingänge fiel gemäß den Befragungsergebnissen geringer aus. Trotzdem blieben die Beschäftigungsabsichten auf niedrigem Niveau positiv. Auch die Geschäftserwartungen für die kommenden zwölf Monate fielen nach Angaben von IHS Markit positiv und sogar besser als im Vormonat aus. Die Bedenken und Probleme des restlichen Währungsgebiets scheinen Frankreich bislang nicht so stark zu schaffen zu machen.

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