Am US-Dollar führt kein Weg vorbei

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich hat ihre alle drei Jahre erscheinende Statistik zu den Umsätzen am Devisenmarkt veröffentlicht, die als Nonplusultra für den weltweiten Devisenhandel gilt. Die wichtigste Erkenntnis für uns ist die überragende Dominanz des US-Dollars. Trotz der Zweifel an der Verlässlichkeit der US-Politik und des häufig unterstellten globalen Wunsches nach einem alternativen Zahlungsmittel kann die US-Währung ihre Spitzenposition am Devisenmarkt sogar noch leicht ausbauen.

Weitere wesentliche Ergebnisse der Statistik sind:

» Insgesamt wieder steigende Umsätze: Die täglichen Devisenumsätze lagen im April 2019 bei 6,6 Bio. US-Dollar (2016: 5,1 Bio.). Der zwischen 2013 und 2016 zu beobachtende Trend sinkender Volumina ist somit gebrochen.

» US-Dollar bleibt liquideste Währung: Bei 88,3% aller Devisengeschäfte ist der US-Dollar beteiligt (2016: 87,6%). Auch der Euro kann mit 32,3% seinen zweiten Platz behaupten (31,4% im Jahr 2016); es lässt sich aber nicht leugnen, dass seine Rolle gegenüber dem vorigen Jahrzehnt strukturell abgenommen hat (2010: 39%). Den mit Abstand größten Rückschlag aller Währungen gab es beim Yen, auf den nur noch 16,8% (2016: 21,6%) entfallen. (Da immer zwei Währungen an einer Transaktion beteiligt sind, ist die weltweite Summe 200%.)

» Expansion des EM-Segments hält an: Zu den großen Trends der letzten BIZ-Umfragen gehörten die wachsenden Umsätze bei EM-Währungen. Mit einem Anteil von aktuell 24,3% am Gesamtmarkt hat sich die Rolle des gesamten EM-Segmentes seit 2007 verdoppelt. Den zweitgrößten Reputationsverlust nach dem Yen hat die Türkische Lira erlitten. Ihr Anteil am Gesamtmarkt ist von 1,44% auf 1,08% eingebrochen, und sie gehört (zusammen mit der Dänischen Krone) zu den einzigen beiden Währungen, deren absolute Umsätze seit 2016 zurückgegangen sind, was wiederum die Gefahr von „Flash-Crashs“ tendenziell erhöht.

» Langsameres Wachstum beim Yuan: Durchweg zulegen konnten die Währungen der asiatischen Schwellenländer. Verwundern mag der auf den ersten Blick nachlassende Expansionsdrang des Chinesischen Yuan, der es erstmals nicht mehr geschafft hat, sein Ranking zu verbessern, sondern auf Platz acht verharrt. Dahinter verbergen sich allerdings eine Zunahme des relativen Anteils um 0,3 Prozentpunkte auf 4,3% des Gesamtmarktes sowie des absoluten CNY-Handelsvolumens um 41% (von 202 Mrd. US-Dollar im Jahr 2016 auf 284 Mrd. 2019). Zudem hat der Hongkong-Dollar (als Surrogat für den Yuan) den größten Sprung von allen gemacht; die Zunahme der absoluten HKD-Umsätze um 165% beziehungsweise der Anstieg des Anteils am Gesamtmarkt von 1,7% auf 3,5% dürften der übergeordneten „China-Story“ zuzurechnen sein.

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