Geldpolitik überstrahlt schwache Unternehmensdaten

Geopolitische Unsicherheiten und die Auswirkungen des Handelskonflikts zwischen den USA und China sorgen für eine Abkühlung des Welthandels, dem sich vor allem die exportabhängigen Industrieunternehmen in Deutschland nicht entziehen können. Die heimischen Unternehmen haben in der Berichtssaison zum zweiten Quartal reihenweise ihre Jahresplanungen für 2019 revidiert. Nach dem Rückgang 2018 droht den DAX-Unternehmen ein Gewinnminus im zweiten Jahr in Folge.

An den Aktienmärkten spiegelt sich das nicht wider. DAX & Co notieren in der Nähe ihrer Jahreshöchststände. Dass der Markt durchaus noch auf die bekannten Belastungsfaktoren reagiert, war zuletzt Mitte August zu beobachten. Die Mischung aus verhärteter Rhetorik Trumps gegenüber China, der Aussicht auf einen No-Deal Brexit sowie eine Regierungskrise in Italien ließen den DAX tatsächlich auf unser für das Jahresende postulierte Ziel von 11.500 Punkten fallen.

Allerdings eben auch nicht deutlich stärker. Da zunehmend klar wird, dass Trump den Gesprächsfaden niemals vollständig abreißen lässt, ein No-Deal Brexit mindestens für dieses Jahr vom Tisch ist und der Budgetstreit in Italien bis auf Weiteres vertagt ist, rechnen wir nun mit einer leichten und volatilen Aufwärtsbewegung bis zum Jahresende.

Sobald absehbar wird, dass die Industriekonjunktur, mit Unterstützung durch Geld- und Fiskalpolitik sowie letztlich nicht vollständig eskalierendem Handelsstreit, einen Boden findet, dürften sich auch die Unternehmensgewinne erholen. Vor diesem Hintergrund heben wir unsere DAX-Prognose zur Jahresmitte 2020 auf 13.000 Punkte an. Für das Jahresende 2020 erwarten wir ein Niveau von 13.200 Punkten.

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