Deutschland – ein Risiko für den Euro-Raum

Die deutsche Industrie leidet sichtbar, obwohl sich die Exporte nach China weiterhin sehr robust entwickeln. Der PMI für die deutsche Industrie ist im September auf 41,4 Punkte gefallen, der niedrigste Werte seit mehr als 10 Jahren. Im Dienstleistungssektor gibt es zudem erste Anzeichen dafür, dass sich die konjunkturelle Abschwächung auch hier stärker bemerkbar machen wird. Bislang rechnen wir mit einem BIP-Wachstum in Deutschland von 0,6 Prozent in 2019 gegenüber dem Vorjahr. Jedoch steigen die Abwärtsrisiken für die Konjunktur in Deutschland und eine milde Rezession kann nicht mehr ausgeschlossen werden. Entsprechend werden die Rufe nach fiskalpolitischen Konjunkturhilfen immer lauter. Wenn sich diese auf Anreize für öffentliche Investitionen beschränken, werden solche Maßnahme aber kaum Wirkung entfalten können. Denn für eine mögliche Umsetzung fehlen hier die Kapazitäten. Bereits jetzt können nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden. Eine schnelle und effiziente Unterstützung der Konjunktur wäre möglich, wenn die Regierung die privaten Haushalte entlasten würde. Dies ist aber ein Gedankengang, der in der großen Koalition nicht sehr populär zu sein scheint.

Frankreich gibt dem Euro-Raum wirtschaftlich – wie auch politisch – zurzeit hauptsächlich Halt. Das Wirtschaftswachstum in Frankreich ist weiterhin sehr robust und wird maßgeblich von der Binnenwirtschaft getragen. Dabei sinkt in Frankreich der hohe Staatsanteil am BIP nur sehr langsam. Eine Entwicklung, die aus meiner Sicht nicht nachhaltig sein kann. Für den Euro-Raum erwarten wir in 2019 ein BIP-Wachstum von 1,0 Prozent. Deutschland ist, neben Italien, zurzeit das größte konjunkturelle Risiko für den Euro-Raum.

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