Inflationsrate im Euro-Raum sinkt unter die 1,0 Prozent-Marke

Der Preisauftrieb bei den Verbraucherpreisen im Euro-Raum hat im September nachgelassen. Gemäß der Schnellschätzung belief sich die Jahresrate der Inflation im Währungsgebiet auf 0,9 Prozent. Im Vormonat lag sie noch bei 1,0 Prozent.

Auf Länderebene zeigte sich einheitlich eine rückläufige Preisentwicklung. In Deutschland ging der der harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) von 1,0 auf 0,9 Prozent zurück, in Frankreich sank er von 1,3 auf 1,1 Prozent. Deutlich niedriger liegt die Inflationsrate in Italien und Spanien. Die spanischen Verbraucherpreise stiegen im Jahresvergleich nur noch um 0,2 Prozent nach 0,4 Prozent im Vormonat. In Italien sank die Jahresrate von 0,5 auf 0,3 Prozent.

Der Preisauftrieb ging bei den unverarbeiteten Lebensmitteln sehr deutlich zurück und für Energiegüter mussten die europäischen Verbraucher erneut weniger bezahlen als von einem Jahr. Dass im September unverarbeitete Nahrungsmittel vergleichsweise billig waren, mag daran liegen, dass im Vorjahresmonat die Ernten nach dem Dürresommer 2018 schlecht ausgefallen waren und die Lebensmittelpreise daher vor einem Jahr stärker zulegten. Der Rückgang der Energiepreise erklärt sich hauptsächlich durch die Entwicklung des Ölpreises. Der Preis für Rohöl notierte im September trotz der zwischenzeitlichen Sorgen um die Erdölproduktion in Saudi-Arabien durchschnittlich rund 20 Prozent niedriger als vor einem Jahr. Und dies macht sich an den Zapfsäulen und beim Heizen bemerkbar. Der Preisanstieg bei den Industriegütern ohne Energie blieb auf niedrigem Niveau unverändert. Bei den Dienstleistungen stiegen die Preise im Jahresvergleich nur leicht stärker an als zuvor.

Die Preisentwicklung von Nahrungsmitteln und Energie wird maßgeblich durch externe Faktoren bestimmt. Da bleiben der Geldpolitik die Hände gebunden, so expansiv sie auch ausgestaltet ist. Und bei den sonstigen Gütern und Dienstleistungen ist der Preisauftrieb schon seit Jahren nur moderat. Daran konnte die EZB bislang auch nichts ändern.

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