Nun schwächeln auch die Schwellenländer

Das internationale Konjunkturklima hat sich im Jahresverlauf 2019 merklich abgekühlt. Dem können sich auch die Schwellenländer nicht länger entziehen, die in den letzten Jahren ihre Wirtschaftsleistung noch sehr dynamisch steigern konnten.

Der Wachstumschampion des Jahres 2018, Indien, muss derzeit ein besonders markantes Abbremsen des Expansionstempos hinnehmen. Die Probleme sind teils hausgemacht und durch eine höhere Abgabenbelastung der Unternehmen verursacht. Der private Konsum leidet unter Finanzierungsengpässen. Die indische Regierung versucht gegenzusteuern, aber eine schnelle Lösung der Probleme ist nicht zu erwarten.

Während Indien eigentlich zu den Nutznießern der niedrigen Energiepreise gehören sollte, leiden andere Schwellenländer besonders unter den rückläufigen Einnahmen aus ihren Rohstoffexporten. Für Russland und Brasilien etwa sind die fallenden Notierungen an den Rohstoffbörsen eine erhebliche konjunkturelle und budgetäre Belastung. Die jeweiligen Zentralbanken versuchen mit Zinssenkungen gegenzuhalten und das Wachstum zu stabilisieren.

Insgesamt zeigt sich, dass sich derzeit keine Weltregion den konjunkturellen Belastungsfaktoren entziehen kann. Das verschlechterte Handelsklima bremst die industrielle Dynamik weltweit. In Ländern mit einer relativ hohen Industrielastigkeit wie etwa in Deutschland sind die Wachstumsabschläge besonders markant, aber durch die hohe internationale Verflechtung sind die negativen Folgen nun auch in den Schwellenländern deutlich zu spüren.

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