Stürmischer Herbst für die deutsche Industrie

Der Sommer war lang und heiß. Das gilt nicht nur für den meteorologischen Sommer 2019, sondern auch für den letzten Konjunktursommer der deutschen Industrie. Er dauerte sogar ein ganzes Jahr, nämlich von Jahresende 2016 bis zur Jahreswende 2017/2018. Die Auftragseingänge im deutschen verarbeitenden Gewerbe legten in diesen zwölf Monaten um rund zehn Prozent zu, die Industrieproduktion stieg um rund sieben Prozent. Besonders wachstumsstark war der Bereich der Investitionsgüter, der vor allem von der boomenden internationalen Nachfrage profitierte.

Doch die Weltkonjunktur hat gedreht, und die deutsche Industrie spürt keinen internationalen Rückenwind mehr. Sie kämpft mit einer steifen Brise von vorn. Dabei hat sich ihr vormaliger Vorteil, ihre internationale Offenheit und ihre Präsenz in allen Weltregionen, in eine Hypothek verwandelt. In kaum einem anderen Land schrumpft die Industrieproduktion derzeit so stark wie in Deutschland. Das hat einige hausgemachte Gründe, liegt aber auch vor allem daran, dass die globale Investitionsnachfrage schon länger unter diversen politischen Risiken und Unsicherheiten leidet.

Die Risiken rund um einen möglichen harten Brexit sowie die Zuspitzung im Handelskonflikt zwischen den USA und China haben die deutsche Industrie besonders stark getroffen. In den letzten Tagen haben sich nun bei beiden Themen mögliche Entspannungen bzw. Lösungen abgezeichnet. Wie weit das trägt, muss sich erst noch zeigen. Doch sollte sich dieser günstigere Trend bestätigen, wird das auch positive Rückwirkungen auf das Geschäftsklima in Deutschland haben.

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