Einkaufsmanager im Euroraum: Stimmung bleibt „herbstlich“

In der Privatwirtschaft des Euroraums macht sich noch keine Erleichterung breit. Das signalisieren aktuelle Umfrageergebnisse unter den Einkaufsmanagern (PMI). Im Oktober erzielte der umfassende „Composite PMI“ einen Wert von 50,2. Das ist ein schwacher Anstieg um 0,1 Zähler gegenüber dem Vormonat. Damit ändert sich nicht viel an dem Bild einer „verhaltenen Zuversicht“ in der EWU-Wirtschaft. Hauptsächlich wegen der globalen Handelskonflikte, dem „Brexit-Drama“ und der generellen Sorge vor einer globalen Wachstumsabkühlung bleiben die Geschäftsaussichten getrübt.

Die PMI-Resultate sprechen aber auch dafür, dass die jüngsten Meldungen über mögliche (Teil-)Lösungen im Handelsstreit zwischen den USA und China noch nicht in vollem Umfang in die Umfrageergebnisse für den Oktober eingeflossen sind. Gerade diese Neuigkeiten haben aber das Potenzial, die Schlinge um die europäische Industrie ein Stück weit zu lockern.

Die Entwicklung in den beiden größten EWU-Volkswirtschaften verläuft unterschiedlich. Hoffnungen auf eine durchschlagende Verbesserung in Deutschland haben sich mit den PMI-Umfrageergebnissen für den Oktober vorläufig zerstreut. Die Composite-Indexzahl erhöhte sich zwar ebenfalls minimal um 0,1 Zähler. Mit 48,6% bleibt das Stimmungsbild in der deutschen Wirtschaft aber durchwachsen. Immerhin verzeichnete das angeschlagene verarbeitende Gewerbe keinen weiteren Rückgang im Sentiment. Der Dienstleistungssektor konnte sich von der insgesamt schlechten industriellen Stimmung aber offenbar nicht lösen und hat weiter leicht an Boden verloren.

Deutlich mehr Zuversicht ist hingegen bei den französischen Einkaufsmanagern vorhanden. Der Composite-Index stieg um 1,8 Zähler auf 52,6 Punkte. Dabei konnte besonders der Dienstleistungssektor gegenüber dem Vormonat merklich punkten. Zugewinne verbuchte aber auch das verarbeitende Gewerbe. Der „Manufacturing PMI“ zog immerhin moderat auf 50,5 Punkte an. Damit erweist sich die französische Industrie im Vergleich zum übrigen Euroraum weiterhin als relativ widerstandsfähig.

Die weitere Entwicklung hängt von zahlreichen Risikofaktoren ab. So stehen beispielsweise den Entspannungssignalen aus dem US-chinesischen Handelskonflikt mögliche US-Zollandrohungen auf europäische Autos im November gegenüber. Das könnte der europäischen Industrie weitere Sorgenfalten ins Gesicht treiben und dürfte den mittelfristigen Ausblick kaum verbessern.

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