FOMC: Pause nach drei Zinsschritten

Die US-Notenbank hat gestern Abend wie erwartet erneut den Leitzinskorridor um 25 Basispunkte gesenkt. Dies war der dritte Zinsschritt der Fed in diesem Jahr. Die FOMC-Mitglieder Rosengren von der regionalen Fed Boston und George von der regionalen Fed Kansas City haben den Zinsentscheid nicht mitgetragen. Erneut hat die Notenbank die geldpolitische Maßnahme mit den globalen Entwicklungen und der gedämpften Inflation gerechtfertigt. Insgesamt wurde der einleitende Abschnitt des Fed-Pressestatements kaum verändert. So wurde lediglich darauf verwiesen, dass die Exporttätigkeit schwach ausfalle. Die Situation am Arbeitsmarkt bleibe jedoch robust und die Wirtschaft entwickele sich moderat. Entfallen ist die explizite Ankündigung, dass die Fed handeln werde, um die wirtschaftliche Expansion mit einem starken Arbeitsmarkt aufrechtzuerhalten.

Die Pressekonferenz war recht unspektakulär. Nach einer kurzen Einschätzung der wirtschaftlichen Lage, die recht optimistisch ausfiel, gab der Fed-Vorsitzende eine kurze Erklärung zu den Liquiditätsmaßnahmen ab. Insbesondere wies er ausdrücklich darauf hin, dass diese nicht mit einer quantitativen Lockerung gleichgesetzt werden dürften. Außerdem gab Powell zu Protokoll, die Fed habe ihr Ziel, die wirtschaftliche Entwicklung zu verlängern, wohl erreicht. Gleichzeitig betonte er die Angemessenheit der aktuellen Geldpolitik, die vor dem Hintergrund der zeitlichen Verzögerung der jüngsten geldpolitischen Maßnahmen eingeschätzt werden muss. Solange sich die Wirtschaft wie von der Notenbank erwartet entwickele, gebe es keinen konkreten Handlungsbedarf der Notenbank. Nur bei einer grundlegenden Neueinschätzung der konjunkturellen Entwicklung wären weitere Zinsschritte notwendig. Insgesamt gab sich der Notenbank-Chef bezüglich der Wirtschaft jedoch optimistisch. Trotz der Schwäche im Industriesektor haben sich die Konjunkturdaten zuletzt in eine positive Richtung entwickelt. Als Begründung gab er insbesondere die Entspannung beim Handelskonflikt zwischen China und den USA an sowie die Wahrscheinlichkeit, dass ein Brexit ohne Abkommen wohl vermieden werden könne.

Nach der Ankündigung einer Pause im Zinssenkungszyklus dürfte die Fed die Zinszügel im Dezember nicht lockern. Insgesamt halten wir die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinssenkung in den kommenden Monaten jedoch für hoch. Diese sollte unseres Erachtens in der ersten Jahreshälfte des kommenden Jahres vorgenommen werden, da die wirtschaftliche Dynamik dann wohl nachlässt.

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