Schwellenländer im Umbruch

Der Handelskonflikt zwischen USA und China hat sich in den letzten Monaten dämpfend auf das Weltwachstum ausgewirkt. So stagniert bzw. fällt der Welthandel bereits seit einiger Zeit. Länder deren Wachstumsmodell stark vom Export und damit von der ausländischen Nachfrage abhängt, sind von dieser Entwicklung negativ betroffen. Die Wachstumsdynamik hat in diesen Ländern, wie z. B. Deutschland, deutlich nachgelassen.

Dies ist natürlich nicht nur ein Problem in den Industrieländern. Die einst gefeierten Schwellenländer leiden unter dieser Entwicklung ebenfalls. Die starke Abhängigkeit vom Welthandel ist hier ebenfalls ein Problem geworden. Die Wachstumsabschwächung und damit verbundene ungünstige Auswirkungen auf Arbeitsmarkt und Steuereinnahmen rücken strukturelle Schwächen, Korruption und soziale Ungleichheit in den Ländern wieder stärker in das Rampenlicht. Die wachsende Unzufriedenheit der Bevölkerung kann nicht mehr durch ein Wohlstandsversprechen eingegrenzt oder gar gelöst werden. Somit steigt in vielen Schwellenländern der soziale Druck und damit die politische Instabilität.

Die Schwellenländer gehen unterschiedlich mit dieser Situation um. Jedoch nimmt die politische Instabilität zu. Dies wurde bislang nicht richtig wahrgenommen, da man sich hauptsächlich auf die politische und wirtschaftliche Situation in China konzentriert hat. Die Auswirkungen der sozialen und politischen Veränderung werden aber immer deutlicher und politischen Kosten entsprechend größer. Mittelfristig dürfte dies aber nicht unbemerkt bleiben.

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