Pause bestätigt

Die US-Notenbank hat bei ihrem letzten geldpolitischen Treffen in diesem Jahr den Leitzinskorridor unverändert gelassen und die von uns erwartete Pause im aktuellen Leitzinszyklus bestätigt. Die wirtschaftlichen Aussichten wurden als solide bezeichnet. Insbesondere der Arbeitsmarkt sei robust. Das Fed Pressestatement wurde im Vergleich zur letzten Sitzung – wie üblich – nur wenig verändert. Die Fed gab zu Protokoll, die Aussichten für Wirtschaft und Inflation, einschließlich der globalen Entwicklungen,weiterhin genau zu beobachten. Der Satz, dass es Unsicherheiten über den wirtschaftlichen Ausblick gebe, wurde hingegen gestrichen. Das aktuelle Leitzinsniveau sei angemessen. Das jüngste Statement ist damit leicht optimistischer als das vorangegangene Kommuniqué.

Spannend waren erneut die Zinserwartungen der Fed-Mitglieder, die im sogenannten Dot-Plot abgebildet sind. Im September deuteten die Projektionen der einzelnen FOMC-Mitglieder darauf hin, dass die Zinspause bis ins Jahr 2021 anhalten werde und dann eine Straffung der geldpolitischen Zügel auf der Agenda stehe. An dieser Botschaft haben die Währungshüter festgehalten, wenngleich das Niveau aufgrund der Zinssenkung im Oktober nun niedriger ausfällt. Insgesamt wurde der Zinsentscheid einstimmig getroffen.

Auf der Pressekonferenz hat Powell die abwartende Haltung der Fed nochmals untermauert. Powell betonte, dass sich die wirtschaftliche Situation wesentlich ändern müsse, damit die Fed ihre derzeitige geldpolitische Ausrichtung anpasse. Insbesondere müsste die Inflationsrate deutlich angsteigen, damit die Fed die Leitzinsen wieder erhöhen wird – was die Währungshüter laut Dot-Plot im Jahr 2021 erwarten. Zur Inflationsentwicklung sowie zur Überarbeitung der geldpolitischen Strategie gab es in der Pressekonferenz mehrere Fragen. Eine deutliche Anhebung des Inflationsziels sei vom Tisch, aber konkretere Hinweise auf eine neue geldpolitische Strategie gebe es noch nicht. Die Journalisten haben auch mehrmals den Engpass am Geldmarkt angesprochen. Powell gab zu Protokoll, er sei überzeugt, dass die in die Wege geleiteten Maßnahmen wirken werden. Gleichzeitig betonte er, die Fed sei offen, ihre Wertpapierkäufe notfalls auszuweiten oder andere (kurzfristige) Wertpapiere zu kaufen. Eine permanente Fazilität wurde nicht ausgeschlossen. Powell sagte jedoch, dass sich die Fed derzeit eher an den Käufen von kurzfristigen Wertpapieren sowie an den (teils längerfristigen) Repo-Geschäften orientiere.

Wir halten insgesamt an unserer Einschätzung fest, dass die US-Notenbank zunächst eine abwartende Geldpolitik fahren wird. Angesichts der auch im kommenden Jahr anhaltenden politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten dürfte die US-Notenbank jedoch im Frühsommer 2020 nochmals die Zinszügel lockern.

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