Ausblick 2020 mit einzelnen Aufhellungen

Das Jahr 2019 war geprägt durch rückläufige Wachstumsraten – sowohl in den Industrie- als auch in den Schwellenländern. Dabei war die Entwicklung in den einzelnen Volkswirtschaften aber sehr heterogen. In den Industrieländern folgte die Stärke der Belastungen vor allem der Bedeutung, die die Industrie und der Exportsektor für die Gesamtwirtschaft im jeweiligen Land haben. Deutschland als führende Exportnation und besonders industrielastige Volkswirtschaft wurde auch sehr stark von den Schwierigkeiten im Welthandel getroffen.

Auch die Schwellenländer verzeichneten teilweise sehr empfindliche Wachstumseinbußen. Hier spielte zusätzlich vielfach noch eine fehlende bzw. verfehlte Struktur- und Reformpolitik eine erhebliche Rolle. So kommt etwa die indische Regierung im Kampf gegen die überbordende Bürokratie nicht wirklich voran. In der Türkei leiden die notwendigen Auslandsinvestitionen unter der vom autokratischen Regierungsstil verursachten Unsicherheit. Die chinesische Konjunktur ist durch die US-Zölle unter Druck geraten, auch wenn es hier momentan nach einer Teileinigung aussieht.

Eine Beruhigung des Handelskonfliktes wird also nicht ausreichen, um das Wachstum in den Schwellenländern wieder in Schwung zu bringen. In vielen Bereichen sind Reformen notwendig, teilweise sind auch bereits geltende oder noch drohende Sanktionen ein Hemmnis für die weitere Entwicklung. Die geopolitische Unsicherheit, die in den letzten Jahren erheblich gestiegen ist, wird auch 2020 die weltwirtschaftliche Entwicklung belasten. Das zumindest scheint aus heutiger Sicht relativ sicher zu sein.

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