Private Haushalte: Rekordjagd an Aktienmärkten rettet Anlagejahr 2019

Nach unseren vorläufigen Berechnungen dürfte das Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland im abgelaufenen Jahr um 7,1 Prozent auf 6,6 Billionen Euro gewachsen sein. Im Vergleich zu 2018, als die Wachstumsrate bei 2,2 Prozent lag, hat sich der Vermögensaufbau stark beschleunigt.

Der kräftige Anstieg ist allerdings vor allem dem Sparfleiß der Bürger und einer äußerst positiven Aktienmarktentwicklung zu verdanken. So dürfte sich die private Sparquote mit rund 11 Prozent auf dem erhöhten Niveau von 2018 eingependelt haben. Und trotz des geringen Aktienanteils von gut 7 Prozent im Anlageportfolio der privaten Haushalte haben Kursanstiege 2019 zu Bewertungsgewinnen im Geldvermögen von rund 184 Mrd. Euro geführt.

Sorgen bereitet dagegen die anhaltende Niedrigzinsphase: Zum einen ist der gerade für die private Altersvorsorge wichtige Zinseszinseffekt weitgehend weggebrochen und ein negativer Realzins führte 2019 zu beträchtlichen Wertverlusten im Geldvermögen. Zum anderen hat sich ein beträchtlicher Geldanlagestau aufgebaut, weil den tendenziell eher risikoscheuen deutschen Privatanlegern die Anlagealternativen ausgehen. Nicht einmal jeder achte Bundesbürger besitzt überhaupt Aktien oder Aktienfonds, so dass sich die kräftigen Bewertungsgewinne sehr ungleichmäßig auf die privaten Haushalte in Deutschland verteilen.

Die niedrigen Zinsen arbeiten sich immer tiefer in die Altersvorsorge der privaten Haushalte in Deutschland. Es nicht damit zu rechnen, dass sich diese Situation schnell verbessert. Daher braucht Deutschland eine neue Sparkultur, mehr Aktien und Immobilien. Ohne entsprechende politische Initiativen und rechtliche Änderungen wird dies aber nicht gelingen.

 

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