Gute Entwicklung am europäischen Arbeitsmarkt

Nach Jahren des stetigen Aufschwungs am europäischen Arbeitsmarkt hat sich die Erholung im Laufe des vergangenen Jahres merklich abgeschwächt. Im November 2019 lag die Arbeitslosenquote bei 7,5 Prozent, was nahe dem Allzeittief mit 7,3 Prozent vom März 2008 liegt. Um den aktuellen Wert pendelt die Quote bereits seit dem zweiten Quartal 2019. Offenbar hat sich hier bereits ein Boden ausgebildet. Fraglich ist , ob es sich um einen Wendepunkt handelt und die Arbeitslosenquote wieder zu steigen beginnt. Einen Hinweis gibt der von uns berechnete Indikator für die Arbeits-losenquote im Euro-Raum. Dieser signalisiert mit Blick auf das laufende Jahr Entwarnung. Bis August 2020 wird eine relativ flachlaufende Seitwärtsbewegung prognostiziert.

Mit einer echten Trendwende zu höheren Quoten ist vorerst wohl nicht zu rechnen. So zeigt sich, dass, trotz einer stagnierenden Arbeitslosenquote im Euro-Raum, das Beschäftigungswachstum weiterhin positiv ist. Darüber hinaus herrscht nach wie vor ein hoher Fachkräftemangel im gesamten Euro-Raum, der sich zwischen den Jahren 2016 und 2018 merklich zugespitzt hat und auch in 2019 in der Mehrzahl der privat-wirtschaftlichen Sektoren ein hohes Niveau beibehalten hat. Nicht mehr ganz so op-timistisch ist das Bild im verarbeitenden Gewerbe. Die Arbeitsnachfrage war hier in den vergangenen beiden Jahren sukzessive zurückgegangen.

Dass gerade die Beschäftigung im verarbeitenden Gewerbe von einer Flaute betrof-fen ist, deckt sich mit dem grundsätzlichen Konjunkturbild. So dürfte vor allem der US-Handelskonflikt mit China und andere protektionistische Tendenzen, bremsende Effekte auf die konjunkturelle Entwicklung im Euro-Raum gehabt haben – wobei vor allem der industrielle Exportsektor in Mitleidenschaft gezogen wurde.

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