Ganz oben die Umwelt

Dieser Tage steht bei den Gesprächen auf dem Weltwirtschaftsgipfel in Davos das Thema Umweltschutz ganz oben auf der Agenda. Die negativen Folgen der Klimaerwärmung sind nicht mehr wegzudiskutieren, die Bilder von den verheerenden Flächenbränden in Australien zeigen einmal mehr die Brisanz des Problems, auch wenn es sich bislang noch kaum in den volkswirtschaftlichen Statistiken widerspiegelt.

Die wirtschaftlichen Rechenwerke sind einst entwickelt worden, um ökonomischen Erfolg messbar zu machen – als Ertrag minus Kosten. Als Kosten werden sowohl bei den Unternehmen als auch auf der volkswirtschaftlichen Ebene alle Aufwände verbucht, die sich pekuniär bewerten lassen. Die frei verfügbaren Umweltressourcen Wasser und insbesondere Luft haben viel zu lang nicht dazugehört. Die Kosten der Verschmutzung trägt auch heute noch meist nicht der Verursacher, sondern die Allgemeinheit.

Diese ökonomische Fehlkalkulation muss sich schnellstmöglich ändern, darüber besteht wohl weitestgehend Einigkeit, wenn auch nicht über den richtigen Weg dorthin. An einer (spürbaren!) CO2-Bespreisung führt kein Weg vorbei, und zwar möglichst in globalem Maßstab. Durch ein solches Preissystem können dann auch die notwendigen Investitionen angeschoben und rentabel werden, die eine sauberere Technologie ermöglichen. Der marktwirtschaftliche Preismechanismus wird dafür sorgen, und zwar effizienter als jeder planwirtschaftliche Ansatz. Insofern muss eine klimafreundlichere Wirtschaft auch nicht unbedingt mit schwächeren Wachstumsraten einhergehen, eine größere Umstellung unserer Produktions- und Konsumgewohnheiten wird aber zweifellos vonnöten sein.

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