Inflationsrate in der EWU sinkt wieder – und bleibt schwach

Der Auftrieb bei den Verbraucherpreisen im Euro-Raum hat im Februar nachgelassen. Nach vorläufigen Berechnungen ging die Inflationsrate, gemessen am europaweit harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), von 1,4 Prozent im Januar auf aktuell 1,2 Prozent zurück. Dabei stieg die Teuerungsrate bei Nahrungsmitteln, bei industriellen Gütern und bei den Dienstleistungen sogar leicht an. Die Preise für Energie waren im Jahresvergleich jedoch rückläufig und drückten dadurch die gesamte Inflationsrate.

In den kommenden Monaten ist aus aktueller Perspektive auch weiterhin mit einer verhaltenen Inflationsentwicklung zu rechnen. Standen zum Jahresbeginn 2020 die Weichen noch in Richtung auf eine konjunkturelle Stabilisierung im Währungsgebiet, so hat sich das Bild mit der Corona-Welle geändert. Die Ausbreitung des Coronavirus SARS-Cov-2 mit den entsprechenden wirtschaftlichen Folgen dürfte die Konjunktur im Euro-Raum in den kommenden Monaten spürbar belasten. Die Erwartung einer schwächeren Konjunktur spiegelt sich nicht zuletzt auch in einem deutlich niedrigeren Ölpreis wider.

Damit dürfte die Inflationsentwicklung in den kommenden Monaten gedämpft verlaufen. Zahlreiche Faktoren dürften dabei die Preisentwicklung bremsen. Dazu zählen unter anderem sinkende Preise im Bereich der tourismusnahen Dienstleistungen aufgrund von Stornierungen und dazu zählen auch sinkende Preise für Benzin und Heizöl aufgrund eines schwachen Rohölpreises. Erst ab der Jahresmitte 2020 dürfte die Inflationsentwicklung wieder etwas an Fahrt aufnehmen. Das Ziel der EZB einer Inflationsrate von knapp zwei Prozent wird in diesem Jahr voraussichtlich erneut deutlich verfehlt.

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