Rohöl im Krisenmodus

Der Rohölpreis setzt seine Talfahrt fort. In den letzten vier Wochen hat sich der Preis fast halbiert. Selbst die Ankündigung, dass die USA massiv ihre strategischen Reserven aufstocken wollen, verpuffte vollständig. Die Amerikaner können etwa noch 100 Millionen Barrel zusätzlich einlagern. Auch die Chinesen werden die tiefen Preise nutzen, um ihre Reserven hochzufahren. Der Rohölmarkt bezweifelt aber, dass das ausreichen wird, um den Ölpreis zu stabilisieren.

Die fundamentale Gemengelage ist denkbar ungünstig. Sowohl von der Nachfrageseite („Corona-Schock“) als auch von der Angebotsseite (steigende Produktion) droht weiter Ungemach. Da die Ölproduktion in den USA mittlerweile nicht mehr rentabel ist, geraten die Fracker zunehmend unter Druck. Somit sind in den USA nun eher Produktionsrückgänge zu erwarten. Aber auch das wird den Markt nicht ausgleichen können. Das Einzige was von der Angebotsseite helfen würde, wäre, wenn sich die Opec im Schulterschluss mit Russland und den USA auf eine deutliche Produktionsreduktion verständigt. Dies wäre zwar sehr vernünftig, aber die Wahrscheinlichkeit stufen wir vorerst für relativ gering ein.

Aktuell konzentriert sich der Rohölmarkt aber auf die Nachfrage. Die Ausbreitung des Corona-Virus lässt zunehmend „dunkle“ Konjunkturwolken aufziehen. Bereits jetzt ist absehbar, dass die Ölnachfrage 2020 erstmals seit 40 Jahren nicht steigen wird.

Im aktuellen Umfeld können Prognosen rasch zur Makulatur werden, dennoch scheint es uns sinnvoll, mit einer Szenarioanalyse aufzuzeigen, wie sich der Rohölpreis in Abhängigkeit von unterschiedlichen Konjunkturerwartungen verhält.

 

 

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