Krisendynamik

Die Coronakrise entfaltet zunehmend ihre eigene Dynamik. Zuerst standen natürlich die unmittelbaren Krisenbekämpfungsmaßnahmen im Vordergrund, die mit Kontaktverboten und weitgehende Einschränkungen im privaten Lebens ihr Gleichgewicht gefunden haben. Nun dreht sich der Fokus immer mehr auf Maßnahmen die notwendig sein können, die rigiden Vorschriften schrittweise zu lockern. Daneben drehen sich immer mehr Diskussionen auch darum, wie man dem tiefen wirtschaftlichen Einbruch am besten begegnen kann.

Eine einfache und schnelle Rückkehr in das normale (wirtschaftliche) Leben scheint es nicht zu geben. Wir werden wohl noch einige Zeit mit Mundschutz und Ortungssystemen konfrontiert sein. Dabei ist man in politischen Kreisen insbesondere von den technischen Möglichkeiten begeistert. In stabilen Demokratien ist dies auch gut umsetzbar, da hier die notwendigen Datenschutzrichtlinien eingehalten werden. Aber es wundert nicht, dass Länder, die bereits vor der Krise an der Schwelle zu einem autokratischen Führungssystem standen, nun einen weiteren Schritt in diese Richtung machen, gute Beispiele sind hier Polen und vor allem Ungarn. Hier könnte die Coronakrise zu einer Abkehr von demokratischen Prinzipien führen.

Die unvermeidlich kommende weltwirtschaftliche Rezession hat in vielen Ländern bereits zu einer zügigen Verabschiedung von Fiskalpaketen geführt. Dabei spielt Geld keine Rolle mehr. So ist es auch nicht überraschend, dass immer neue Forderungen laut werden und viele von diesen werden auch noch erfüllt werden. Viele dieser Ausgaben werden nur ein konjunkturelles Strohfeuer zur Folge haben, ob die nachhaltigen Wachstumseffekte überwiegen ist dabei noch nicht sicher.

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