Weltwirtschaft in der Krise

Wie plötzlich und wie hart der krisenhafte Einschnitt die globale Ökonomie in den letzten Wochen getroffen hat, macht die aktuelle Analyse des Internationalen Währungsfonds deutlich. Die Experten des IWF haben ihre Erwartungen für das weltwirtschaftliche Wachstum seit der letzten Prognose im Januar um mehr als 6 Prozentpunkte revidiert. Während sie zu Anfang des Jahres 2020 für das laufende Jahr noch von einer globalen Expansionsrate von mehr als 3 Prozent ausgegangen waren, erwarten sie nunmehr einen Einbruch der Wirtschaftsleistung um 3,0 Prozent.

Damit handelt es sich um die mit Abstand schwerste Rezession der Nachkriegszeit. Klammert man die beiden Weltkriege aus, muss man bis zur großen Depression Ende der 1920er Jahre zurückgehen, um einen vergleichbar tiefen Einschnitt in das Wirtschaftsleben zu finden. Allerdings haben wir es heute in vielerlei Hinsicht mit einer Krise völlig anderen Typs zu tun. Es handelt sich nicht um das Ende eines Booms mit den üblichen Überhitzungen, sondern um einen bewusst herbeigeführten Stillstand weiter Teile des Wirtschaftslebens. Auch die wirtschafts- und geldpolitische Reaktion ist heute eine grundlegend andere als vor einem Jahrhundert.

Mittlerweile gibt es erste Daten, die die Schwere des Schocks verdeutlichen. So zeigen die Angaben zum Stromverbrauch in europäischen Ländern, wie stark die wirtschaftlichen Aktivitäten in den letzten Wochen eingeschränkt werden mussten. Wenig überraschend weist Italien den größten Rückgang auf, gefolgt von Spanien, Belgien und Frankreich. Die Daten für Deutschland lassen hoffen, dass die Rezession hierzulande nicht ganz so tief ausfallen könnte wie in einigen Nachbarländern.

 

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