Klimafreundliche Autos als Investitionsprogramm

Viele Jahre dominierte die Angst vor versiegenden Ölquellen die Vorstellungen vom Ende des Verbrennungsmotors. Mittlerweile wurde die Revolution des Kfz-Antriebs aber schon eingeläutet. Lag der Anteil alternativer Techniken an den PKW-Neuzulassungen in Deutschland 2015 noch bei 1,7 Prozent, erreichte er 2019 bereits 8,8 Prozent. Antreiber für das steigende Angebot an „Stromern“ und Hybriden und die ebenfalls zunehmende Nachfrage sind der Klima- und Umweltschutz. Aktuell geht es dabei um Dieselfahrverbote, Vorgaben für den Flottenverbrauch der Autohersteller sowie den Umweltbonus beim Erwerb von Elektrofahrzeugen.

Mit Blick auf die zukünftige Entwicklung automobiler Antriebskonzepte rechnen wir für die nächsten zehn Jahre zwar mit einer spürbaren Zunahme von elektrifizierten Fahrzeugen, sehen aber auch weiterhin einen hohen Anteil von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor. Im Jahr 2030 dürfte der Anteil von batteriebetriebenen Fahrzeugen (Battery Electric Vehicles: BEV) am weltweiten Produktionsvolumen 30% betragen. Der Anteil von Hybriden einschließlich Plug-in-Hybriden wird auf 40% im Jahr 2030 zulegen. Für reine Verbrenner wird dagegen ein deutlicher Rückgang auf allerdings immer noch 30% erwartet.

Noch steht nicht fest, ob sich bei einem Blick über 2030 hinaus ein einziges An-triebskonzept durchsetzen wird oder ob mehrere Technologien parallel bestehen werden. Die Vor- und Nachteile der verschiedenen Antriebskonzepte könnten dabei für jeweils unterschiedliche Nutzungen sorgen. Batteriebetriebene Fahrzeuge könnten ihre Vorteile auf Kurzstrecken innerhalb der Stadt oder im Pendelverkehr besonders gut ausspielen, während Brennstoffzellen-Fahrzeuge ihren Einsatz auf der Langstrecke oder im Frachtverkehr haben werden. (Plug-in) Hybride werden zudem dafür sorgen, dass uns fossile Brennstoffe als Treibstoff noch eine ganze Weile begleiten werden. Vorerst ist noch von einer „Artenvielfalt“ auf der Straße auszugehen.

Die Forderungen nach weiteren staatlichen Hilfen für die Automobilekonzerne in Form Kaufanreizen (Abwrackprämie) werden lauter. Diese potentiell neuen Programme könnte man nutzen um den ökologischen Wandel zu forcieren. Zwar wird die tatsächliche Veränderungsgeschwindigkeit produktionsbedingt auch mit solchen Programmen langsam sein, aber man könnte den Prozess des Umdenkens in der Gesellschaft deutlich beschleunigen. Dies könnte die Basis für eine nachhaltige Veränderung des Technologiemix sein.

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