Zentralbanken machen immer weiter

In dieser Woche haben in Japan, den USA und im Euroraum die Zentralbanken beraten und ihre Beschlüsse verkündet. Tenor bei allen drei Zentralbanken ist, dass man alle geldpolitischen Kräfte aufbieten wird, um die Wirtschaft zu unterstützen.

Die Anleihekaufprogramme laufen unverändert weiter und das Volumen wird, wenn notwendig, aufgestockt werden. Liquidität wird weiterhin reichlich zur Verfügung gestellt und die Notenbanken akzeptieren ein immer breiteres Band an Sicherheiten, damit hier keine Engpässe entstehen. Die Fed hat zudem den direkten Zugang für Unternehmen zu Zentralbankliquidität ausgeweitet. Auch die EZB hat eine weitere Lockerung der Geldpolitik beschlossen. Mit der Einführung der PELTROs (Pandemic Emergency Longer-term Refinancing Operations) wurde der Leitzins de facto um 25 Basispunkte gesenkt und steht nun bei minus 0,25%, obwohl der Refisatz offiziell nicht verändert wurde. Die Leitzinsen bleiben damit bei allen Notenbanken bei 0%.

Die neuen Krisenprogramme dürften wohl bis zum nächsten Frühjahr laufen, wenn die die COVID-19 Pandemie nicht erneut an Dynamik gewinnt. Eine Straffung der Geldpolitik ist in den kommenden drei bis vier Jahren nicht zu erwarten.

Für die Finanzmärkte bleibt damit das fast schon paradiesische Umfeld bestehen. Keine Zinsen, hohe Liquidität und eine hohe Risikoübernahme durch die Zentralbanken. Aktien, Anleihen und alle weiteren Risikoassets sollten von dieser Entwicklung weiterhin stark profitieren. Die teilweise bereits jetzt erreichten hohen Bewertungen dürften hier nicht allzu stark stören, da durch die Unterstützung der Zentralbanken alle Bedenken wegwischt.

Sicherlich wird es an den Finanzmärkten immer wieder Rückschläge geben, aber einen langen Abwärtstrend kann man eigentlich nicht erwarten. Diese Einschätzung ändert sich erst, wenn die Zentralbanken ihren geldpolitischen Ansatz grundlegend ändern. Für eine solche markante Änderung der Geldpolitik bedürfte es jedoch eines externen Auslösers – entweder die Inflation beschleunigt sich nachhaltig oder es kommt zu einem Vertrauensverlust in die Zentralbanken oder die Währung. In einem solchen Fall würde es wohl zu einer langen Verluststrecke an den Finanzmärkten kommen. Jedoch dürfte dies noch einige Zeit auf sich warten lassen und die Zentralbanken haben damit eigentlich genug Zeit, mit einem langen Vorlauf einen Ausstieg vorzubereiten.

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