Schwedens „Sonderweg“ bietet keinen Schutz vor einer Rezession

Auch in Schweden hat sich das Corona-Virus rasant ausgebreitet. Bei der Bekämpfung des Virus setzt die Regierung des skandinavischen Landes aber vor allem auf Empfehlungen und die Vernunft der Bürger. Strenge Ausgangsbeschränkungen wurden hier – anders als in vielen anderen Staaten – nicht verhängt. Schweden geht einen Sonderweg.

Mit diesem Sonderweg kann die schwedische Regierung eine Rezession zwar nicht vermeiden, aber der konjunkturelle Absturz dürfte nicht ganz so prägnant ausfallen, wie in anderen Ländern. In Q1 ist die Wirtschaftsleistung Schwedens laut der Schnellschätzung des schwedischen Statistikamtes „nur“ um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal geschrumpft. Im Vergleich zu den südeuropäischen Staaten, in denen zeitweise nahezu ein wirtschaftlicher Stillstand herrschte, ist das durchaus ein gutes Ergebnis. Trotzdem dürfte der Abschwung der schwedischen Wirtschaft im zweiten Quartal deutlich an Dynamik zunehmen.

Denn auch ohne eine angeordnete Schließung von Geschäften erleidet der Einzelhandel in Schweden wohl massive Einbußen, weil die Verbraucher stark verunsichert sind. Der nationale Konsumklimaindex stürzte im April ab und notierte nur noch ein Stück über seinem Tief aus der Finanzkrise. Besonders hart trifft die kleine offene Volkswirtschaft aber der globale

Nachfragerückgang und die daher zu erwartende deutliche Abnahme bei den Exporten. Vor allem durch den Konjunktureinbruch in Deutschland und anderen europäischen Staaten sowie in den USA wird wohl auch die schwedische Wirtschaft 2020 in eine tiefe Rezession gerissen.

 

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