Einkaufsmanagerindizes in der EWU: Abschwung verlangsamt, mehr auch nicht

Die Volkswirtschaft des Euro-Raums befindet sich im Mai noch immer in der Rezession, da die Beschränkungen zur Eindämmung der Ausbreitung der globalen Coronavirus-Pandemie die Wirtschaft weiterhin belasteten. Zwar verbesserte sich die Stimmungslage unter den Einkaufsmanagern in Folge der schrittweisen Lockerungen etwas, eine Rückkehr zur wirtschaftlichen Normalität ist nicht in Sicht. Denn der umfassende Composite-Einkaufsmanagerindex zur Stimmungslage in der Industrie und bei den Dienstleistern liegt mit 30,5 nach 13,6 Punkten im Vormonat noch immer weit unter der neutralen Marke von 50 Indexpunkten.

Beide Teilbereiche – Industrie und Dienstleistungen – trugen gemäß IHS Markit zu dem Anstieg bei. Bei den von den Ausgangsbeschränkungen besonders betroffenen Dienstleistern fiel die Verbesserung im Mai etwas stärker aus. Dies zeigt sich auch in den Umfrageergebnissen unter den deutschen und französischen Einkaufsmanagern. Insgesamt ist die Verbesserung auf äußerst niedrigem Niveau ein erster Lichtblick. Trotzdem wird die Volkswirtschaft des Euro-Raums im zweiten Quartal nochmal schrumpfen, und zwar stärker als im ersten Quartal. Wir erwarten hier ein Minus von mindestens 9 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Es bleibt allein die Hoffnung, dass die Rezession in der zweiten Jahreshälfte ausläuft.

In Deutschland hat sich die Situation nach den katastrophalen Werten im April etwas verbessert. Insgesamt stieg der Composite-Einkaufsmanagerindex um 14 Punkte auf 31,4 Zähler. Schwächelnde Auftragseingänge und sinkende Produktion führen gemäß IHS Markt zu einer Korrektur der Beschäftigungs-absichten nach unten. Gerade befristete Arbeitsverträge werden nicht verlängert und Kurzarbeit wird verstärkt genutzt. Ohne ein deutliches Anziehen der Nachfrage wird der Druck auf den Stellenabbau anhalten.

Auch in Frankreich zeigt sich eine Verbesserung der Stimmungslage unter den Einkaufsmanagern, auch wenn der umfassende Composite-Einkaufsmanagerindex mit 30,5 nach zuvor 11,1 Punkten deutlich im roten Bereich bleibt. Auch im Mai befindet sich die Volkswirtschaft Frankreich gemäß den Umfrageergebnissen von IHS Markit tief in der Rezession.

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