25 Jahre Jumbo Pfandbrief

 

Vor 25 Jahren legte die Frankfurter Hypothekenbank einen Pfandbrief mit einem Emissionsvolumen von damals sensationellen 500 Mio. D-Mark auf. Daraus entwickelte sich zuerst der Jumbo-Pfandbriefmarkt und später ein globaler Markt für Euro-Benchmark-Covered-Bonds. Großvolumige Pfandbrief-Neuemissionen sind momentan rar. Die günstigen Refinanzierungsangebote der Europäischen Zentralbank (EZB), die wiederum eine Reaktion auf die Corona-Krise sind, führen zur aktuellen Emissionsflaute. Die fehlenden Impulse vom Primärmarkt und die fortlaufenden EZB-Käufe unter CBPP3 verschlimmern die Illiquidität im Sekundärmarkt. Das Markenzeichen des Jumbo-Pfandbriefs war neben seiner hohen Bonität auch immer der Anspruch auf möglichst transparente Preise und ein hohes Maß an Liquidität für Investoren. Wir wünschen dem Jumbo-Pfandbrief zum 25. Geburtstag bezüglich der Liquidität stets eine „handbreit Wasser unter dem Kiel“. Aus Investorensicht wären Pfandbriefneuemissionen momentan wünschenswert. Aus Sicht der Emittenten ist es aber verständlich, dass sie die attraktiven Refinanzierungsangebote der EZB nutzen. Damit lässt sich viel Geld sparen. Es bleibt zu hoffen, dass die Banken nicht abhängig vom süßen Gift der Zentralbank werden und im Hinterkopf behalten, dass sie früher oder später wieder auf die Investoren am Kapitalmarkt angewiesen sein werden.

Der Covered Bond Markt hat vor allem für die Eurozone eine hohe Bedeutung. Die günstigen Refinanzierungsangebote der Zentralbanken rund um die Welt dämpfen momentan die Primärmarktaktivitäten, nicht nur in Deutschland. Die Käufe der EZB können zwar als ein großer Vertrauensbeweis in diese Assetklasse verstanden werden, die die Spreads der gedeckten Anleihen unterstützen. Sie belasten aber auch die Marktliquidität erheblich. Eine Normalisierung der Marktsituation ist leider noch nicht absehbar. Es bleibt zu hoffen, dass die Zeiten bald wieder besser werden.

Es gibt noch einen übergeordneten Trend, der sich auch im Covered Bond Markt immer deutlicher abzeichnet. Immer mehr Emittenten begaben in den vergangenen Jahren großvolumige Anleihen, die bestimmten sozialen oder ökologischen (grünen) Nachhaltigkeitskriterien genügen. Hier versucht die Branche einen Weg zu finden, wie sie in den kommenden Jahren einen Beitrag zum Umbau unserer Gesellschaft zu mehr Klimaneutralität beitragen kann, zum Beispiel durch die Refinanzierung von Modernisierungsinvestitionen in Wohn- und Geschäftshäuser. Über Öffentliche Covered Bonds können die Staatsfinanzierer darüber hinaus einen Teil der durch die Corona-Krise für die öffentlichen Haushalte entstandenen Kosten finanzieren. Es lässt sich aus unserer Sicht festhalten, dass der Weg des Jumbo Covered Bonds, der 1995 begann, noch lange nicht zu Ende ist.

 

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