Einzelhandelsumsätze brechen im April ein

Angesichts des zur Eindämmung der Pandemie verhängten Shutdowns mussten Mitte März deutschlandweit viele Geschäfte vollständig geschlossen werden. Die im Einzelhandel davon betroffenen Läden sind sonst immerhin für rund ein Drittel des gesamten Einzelhandelsumsatzes verantwortlich.

Schon im März kam es bei vielen stationären Geschäften zu Umsatzeinbußen in Höhe von über 50 Prozent, preisbereinigt und nicht preisbereinigt. Dies war etwa im Möbelhandel und im Bekleidungshandel der Fall. Für den April zeigen erste Zahlen im Einzelhandel mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren sogar ein Umsatzminus von über 70 Prozent.

Bei den Warenhäusern fiel der Umsatzeinbruch im März aufgrund ihrer höheren Präsenz im Internet mit jeweils „nur“ rund einem Drittel etwas weniger drastisch aus. Im April waren es aber bereits rund -40 Prozent. Für die betroffenen Unternehmen ist dies eine Belastungsprobe, da ein beträchtlicher Teil der Kosten trotz ausbleibender Einnahmen gezahlt werden muss, auch wenn die Kurzarbeitergeldregelung die Personalkosten reduziert.

Es gab aber auch Segmente, die trotz der Corona-Krise gewachsen sind. Dazu gehört insbesondere der Onlinehandel. Er konnte seinen Umsatz gegenüber dem Vorjahr im März um über 12 Prozent und im April voraussichtlich sogar um rund 24 Prozent steigern. Der Internethandel profitierte davon, dass die stationäre Konkurrenz in vielen Bereichen geschlossen hatte, die Waren also nur online verfügbar waren.

Auch die Supermärkte, mit einem Umsatzanteil von über 30 Prozent das größte Einzelhandelssegment, konnten im März (real: 12,2 Prozent, nominal 15,2 Prozent) und im April (real: 8,1 Prozent, nominal 11,5 Prozent) sehr dynamisch zulegen. Für die gestiegene Nachfrage in den Supermärkten und Discountern waren weniger die viel kritisierten Hamsterkäufe verantwortlich, die sich im Zeitverlauf über leere Regale insgesamt weitgehend ausgeglichen haben, als vielmehr die gestiegene Notwendigkeit, sich beim Essen wegen geschlossener Gastronomiebetriebe vermehrt selbst zu versorgen.

Insgesamt haben die wenigen Einzelhandelssegmente mit Umsatzzuwächsen aufgrund ihrer hohen Bedeutung für den Gesamtumsatz einen stärkeren Umsatzrückgang des Sektors verhindert. Im März konnte der nominale Umsatz im Vorjahresvergleich sogar noch stabil gehalten werden. Im April gab er nach ersten Zahlen des Statistischen Bundesamts aber nominal und real um über 5 Prozent nach.

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