Veränderungen zulassen

Die aktuellen Daten zur wirtschaftlichen Entwicklung lassen einem den kalten Schauer über den Rücken laufen. In vielen Ländern ist die Produktion im April um rund 20 Prozent eingebrochen. Zur Beruhigung kann man sich sagen, dass im April damit wohl der Tiefpunkt des wirtschaftlichen Einbruchs durchschritten wurde und die Daten sich im Mai schon wieder merklich verbessern werden.

Richtig beruhigen kann das aber nicht. Die mittelfristigen Folgen des Lockdowns und der Hilfsmaßnahmen von Regierungen und Zentralbanken für die wirtschaftlichen Strukturen sind nicht im vollem Umfang abschätzbar. Die einfachste Annahme wäre, dass sich nichts ändert, da die Rezession zwar tief aber nur kurz war. Dies erscheint mir aber zu einfach. Bereits vor Corona ist die Weltwirtschaft in eine Phase der stagnierenden Globalisierung eingetreten. Zusammen mit COVID-19 dürfte dies in der Zukunft zu Veränderungen in Präferenzen und Verhalten führen. Welche Geschäftsmodelle wie von der Veränderung betroffen sein werden ist kaum vorherzusagen. Die auf Strukturkonstanz aufbauenden staatlichen Hilfen werden die Anpassung der Volkswirtschaften aber verlangsamen und erschweren, die Investitionen bremsen, zu Ineffizienzen führen und damit Wachstumspotenzial zumindest temporär verringern.

Auch wenn die Euphorie zurzeit groß ist, die mittelfristigen strukturelle Folgen der jüngsten Ereignisse sollten nicht unterschätzt werden. Dabei müssen Strukturveränderungen nicht generell negativ sein, sie können auch eine positive Weiterentwicklung bedeuten.

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