Inflation – Das Warten auf Godot

Ein wenig Sorge über eine erneute Ausbreitung des Coronavirus reicht aus, um die Stimmung an den Finanzmärkten kippen zu lassen. So geschehen in der letzten Woche. Auslöser waren Meldungen über eine steigende Zahl an Ansteckungen in den USA und ein Wiedererstarken der Infektionen in Peking. Beendet wurde diese Phase, wie so oft in den letzten Wochen, durch die positive Ankündigung der US-amerikanischen Notenbank zu einzelnen Stützungsmaßnahmen.

Ein solches Szenario mit steigenden Infektionszahlen dürfte sich in den kommenden Monaten noch öfters wiederholen. Der Druck auf Notenbanken für weitere Unterstützung wird jedes Mal steigen. Eine wichtige Variable für die Reaktionsfähigkeit der Notenbanken ist dabei die Inflation. Die Sorge vor einer deutlich steigenden Inflation hat in den letzten Wochen wieder deutlich zugenommen. Hintergrund hierfür sind der enorme Anstieg der Verschuldung und die Maßnahmen der Notenbanken. Es gibt aber keine Anzeichen, dass sich der Inflationstrend beschleunigt. Im Gegenteil, die schwache Nachfrage und der niedrige Ölpreis lassen die Inflation sogar fallen. In Deutschland wird man in H2 2020 sogar eine negative Inflationsrate verzeichnen können, da die Mehrwertsteuer ab Juli gesenkt wird.

Wenn man sich also unbedingt Sorgen um eine steigende Inflation machen möchte, muss man dies mit Blick auf die lange Frist tun. Aber auch hierbei wird man Durchhaltevermögen brauchen. Die Notenbanken betreiben die expansive Politik bereits seit rund 10 Jahren, bei einem leicht fallenden Inflationstrend.

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Ein Kommentar

Lothar Wölfel

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