Gold springt locker über 2.000 USD



Wie ein hoch dekoriertes Sprungpferd nimmt Gold die 2.000er-Hürde problemlos. Vor allem unter institutionellen Anlegern ist Gold salonfähig geworden. Sie sehen sich zunehmend mit dem 16 Billionen US-Dollar Problem konfrontiert. So hoch kann nämlich das Volumen von Anleihen (Investment Grade) mit negativen Renditen beziffert werden. Anlagealternativen sind also ein rares Gut.

Wir rechnen damit, dass die Investmentnachfrage aufgrund der aktuellen Zins- und Unsicherheitssituation weiter steigt. Zumal der Goldanteil in den institutionellen Portfolien mit unter 0,5 Prozent noch extrem gering ist.  Auch die Tatsache, dass der Status des US-Dollars als ultimativer sicherer Hafen zumindest Kratzer bekommt, spricht für ein fortgesetzt hohes Investoreninteresse. Es darf an der Stelle auch nicht vergessen werden, dass der Goldmarkt sehr eng ist. Die global ausstehenden Gold Exchange-Traded-Funds (ETFs) erreichen gerade mal eine Marktkapitalisierung, die in etwa der von SAP und Zalando entspricht. Selbst wenn Großanleger nur marginal ihre Goldpositionen erhöhen, kann dies einen erheblichen Einfluss auf dem Goldmarkt haben.

In den letzten Jahren wurde der Goldpreis überwiegend von den Schwellenländern angetrieben. Das Blatt hat sich aber vollständig gewendet und es ist zu einem Strukturbruch gekommen. So ist beispielsweise die Schmucknachfrage im Vorjahresvergleich im ersten Halbjahr 2020 in den Emerging Markets um bis zu 70% zurückgegangen. Auch China und Indien, die beiden wichtigsten Schmucknachfrager der Welt, melden einen deutlichen Einbruch von rund 60 Prozent. Alleine die ETF-Nachfrage in den Industrieländern kann diesen negativen Effekt aber mehr als ausgleichen. Man kann also unumwunden festhalten: Die Goldpreisrallye ist von Investoren getrieben!

Im Moment spricht wenig für eine ausgewachsene Korrektur bei Gold, aber eine kleine Verschnaufpause ist dennoch zu erwarten. Per Jahresende wird es sich Gold aber oberhalb der Marke von 2.000 USD gemütlich machen.

 

 

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