USA: Beschäftigungsaufbau gerät ins Stocken, verhaltener Ausblick für die Konjunktur

Der US-Arbeitsmarkt befindet sich weiter auf dem Weg der Erholung. Allerdings werden die Schritte nun deutlich kleiner. Im Juli stieg die Zahl der Beschäftigten laut dem offiziellen Arbeitsmarktbericht um 1,8 Mio. gegenüber dem Vormonat an. Besonders Unternehmen im Freizeit und Beherbergungsgewerbe sowie der Staat trugen zu dem Beschäftigungsaufbau bei. Dennoch: Im Juni wurden insgesamt noch weit mehr als doppelt so viele Jobs geschaffen! Die Arbeitslosenquote sank immerhin von rund 11 Prozent im Juni auf nun 10,2 Prozent. Aber auch hier hat sich das Tempo inzwischen deutlich verlangsamt.

Die jüngste Entwicklung am Arbeitsmarkt unterstreicht den getrübten Ausblick für die US-Konjunktur: Die Wirtschaft braucht den privaten Konsum als Zugpferd aus der Krise. Gerät der Abbau der Arbeitslosigkeit aber ins Stocken, wird die Konsumfreude der Verbraucher nur langsam zurückkehren. Danach sieht es derzeit aus. Hoffnungen auf eine steile Erholung der US-Wirtschaft werden damit gedämpft.

Eine deutlich höhere Zahl von Neueinstellungen wird es wohl erst wiedergeben, wenn sich die Unsicherheit für die Unternehmen legt. Das geht auch aus den Umfragen des ISM in der Privatwirtschaft hervor: Zwar stiegen die Einkaufsmanagerindizes im Juli auf relativ hohem Niveau nochmals an. Bezüglich der Beschäftigungsabsichten äußerten sich die Unternehmen aber sehr vorsichtig, sowohl im verarbeitenden Gewerbe als auch im Service-Sektor findet laut der Erhebung sogar noch ein Personalabbau statt. Damit sich das ändert, müsste vor allem das Corona-Virus unter Kontrolle gebracht werden – dass dies aber schnell gelingt, ist momentan kaum abzusehen.

Für die immer noch etwa 16 Mio. Arbeitslose bleibt es schwierig, bald eine neue Einstellung zu finden. Damit steigt der Druck auf den Kongress, rasch eine Einigung über eine Verlängerung der Bundeszuschüsse zum Arbeitslosengeld zu finden. Denn dadurch würde vielen Haushalten immerhin etwas finanzielle Sicherheit gegeben.

Quelle: Bureau of Labor Statistics; sb.=saisonbereinigt

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