Wenn die Realität zu kompliziert wird

Die Corona-Pandemie hat Wirtschaft und Gesellschaft in vielen Ländern auf eine harte Probe gestellt. Nicht alle schaffen es, sich der veränderten Realität anzupassen. Bei den Unternehmen gibt es viele Verlierer, auch in bislang eher vom Zeitgeist begünstigten Branchen wie dem Tourismus und dem Flugverkehr. Sie müssen ums Überleben kämpfen, sind teils auf staatliche Hilfe angewiesen.

Auch in der Gesellschaft gibt es Gruppen, die mit der neuen Realität nicht zurechtkommen und sich derzeit lautstark bemerkbar machen. Teilweise wird hier die Existenz des Virus einfach negiert. Einfache Lösungen werden gesucht, um der Komplexität der Welt zu entfliehen. Die Helden dieser Menschen sind häufig Politiker wie Donald Trump oder Wladimir Putin, die den Eindruck vermitteln, dass ein einfaches Weltbild und hartes Durchgreifen zur Problemlösung führen können.

In dieser speziellen Welt gibt es ein grundsätzliches Misstrauen gegen alle Institutionen. Dazu gehören auch die Banken und das Finanzsystem. Unter den Anlagemöglichkeiten steht hier traditionell das Gold besonders hoch im Kurs. Denn es gilt als zeitloses Wertaufbewahrungsmittel, das auch helfen kann, tiefgreifende Systemkrisen zu überstehen. Zu dieser Anlagekategorie sind seit einigen Jahren sicherlich auch die Kryptowährungen zu zählen. Sie erfreuen sich gerade in „systemkritischen“ Kreisen großer Beliebtheit und sind in den letzten Monaten kräftig im Kurs gestiegen. Da sie – anders als das Gold – allerdings keinen „intrinsischen“ Wert haben, muss sich deren nachhaltige Werthaltigkeit erst noch beweisen.

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