USA: Erholung am Arbeitsmarkt setzt sich fort, Dynamik dürfte aber weiter abnehmen

Die Lage auf dem US-Arbeitsmarkt hat sich im August aufgrund der konjunkturellen Erholung weiter gebessert: Zwar wurden etwas weniger Jobs geschaffen als im Juli, dennoch fiel das Plus bei der Beschäftigung mit rund 1,4 Millionen insgesamt recht ordentlich aus. Die Arbeitslosenquote sank infolgedessen überraschend stark von zuvor knapp über 10 Prozent auf 8,4 Prozent, möglicherweise eine Folge der nun deutlich reduzierten Bundesszuschüsse zur Arbeitslosenhilfe. Laut dem Statistikamt kommt es aber auch immer noch zu Fehlern bei der Klassifizierung, sodass die Arbeitslosenquote tatsächlich etwas höher liegen dürfte. Nichtsdestotrotz, die jüngsten Arbeitsmarktzahlen geben ein positives Signal für die US-Konjunktur, das gerade im Wahlkampf viel Beachtung erhält und Donald Trump sicherlich willkommen ist.

Der Stellenaufbau fand erneut vor allem im Dienstleistungsbereich statt, wo sich die Beschäftigungssituation weiter „normalisiert“. So wurden besonders im Einzelhandel und im Freizeit- und Beherbergungsgewerbe wieder viele Personen eingestellt, die noch infolge des Lockdowns entlassen wurden. Aber auch der Staat stellte zuletzt kräftig ein, immerhin etwa ein Viertel des Beschäftigungsaufbaus fand in diesem Bereich statt. Hintergrund dessen ist wohl vor allem ein erhöhter Personalbedarf aufgrund des Zensus 2020.

Mit Blick auf die kommenden Monate dürfte sich der positive Trend am Arbeitsmarkt grundsätzlich fortsetzten, allerdings wird sich das Beschäftigungswachstum weiter verlangsamen. Bei den vielen neu geschaffenen Stellen im Staatssektor handelt es sich schließlich nur um einen Einmaleffekt durch die Bevölkerungsbefragung. Diese Arbeitsverhältnisse sind zudem befristet. Die Privatwirtschaft hält sich dagegen weiterhin bei Neueinstellungen stark zurück. Das haben zuletzt auch wieder die Umfragen des ISM gezeigt. Die Einkaufsmanager berichteten sogar von einem anhaltenden Beschäftigungsabbau.

Zu viel Hoffnung auf weitere große Fortschritte am Arbeitsmarkt sollte man sich angesichts dessen in den kommenden Monaten nicht machen. Dabei wären diese dringend notwendig, weil die Zahl der Beschäftigten immer noch mehr als 11 Millionen unter ihrem Vorkrisenniveau liegt.

Quelle: Bureau of Labor Statistics; sb.=saisonbereinigt

Artikel bewerten


Vielen Dank für Ihre Wertung. Ihre Wertung:
Aktuell ist noch keine Bewertung vorhanden. Seien Sie der Erste! Aktuelle durchschnittliche Bewertung des Artikels: 3.80

Hinterlasse eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *