Extreme vermeiden

Gold ist einer der großen Gewinner der jüngsten Entwicklungen. Steigende Schuldenstände, niedrige Zinsen für einen unabsehbar langen Zeitraum und zunehmende politische Verunsicherung in vielen Teilen der Welt haben das Interesse für Gold kräftig steigen lassen. Dabei soll Gold die Portfolien resistenter gegen Risiken machen, die man aus der aktuellen Sicht nur vage oder gar nicht einschätzen kann – also sogenannte schwarze Schwäne.

Neben Gold sind vor allem Industriemetalle kräftig gestiegen. Dabei spielten natürlich die rasante Konjunkturerholung in China und die ergriffenen Fiskalmaßnahmen in anderen Industrieländern eine wichtige Rolle. Zudem macht sich bei vielen Industriemetallen langsam eine gewisse Knappheitsprämie bemerkbar. Die schnell fortschreitende Digitalisierung dürfte mittelfristig zu einer spürbar höheren Nachfrage nach Metallen führen, die in diesem Bereich benötigt werden. Dies geht so weit, dass sich viele Länder über ihre Abhängigkeit von ausländischen Förderstätten Gedanken machen. Eine höhere heimische Produktion wird vor diesem Hintergrund immer attraktiver. Damit rücken natürlich auch die damit verbundenen Umweltschäden in den Blickpunkt und die wohl auch höheren Preise für die heimisch geförderten Rohstoffe. Wie so oft, wird sich hier am Ende eine Mischung aus heimischer Förderung und Importen durchsetzen.

Dies gilt natürlich nicht nur für die dringend benötigen Rohstoffe, sondern eigentlich für alle wichtigen Güter des täglichen Lebens. In Zukunft gilt es hier die richtige Balance zu finden, zwischen den Vorteilen einer international arbeitsteiligen Wirtschaft und der Versorgungssicherheit. Wie immer, so sind auch hier die Extreme schlecht.

 

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