US Notenbank – Erstes Treffen mit neuer Strategie

Zwar werden auf der kommenden Sitzung des FOMC wahrscheinlich keine weiteren geldpolitischen Maßnahmen in die Wege geleitet, doch gibt die derzeitige Ausrichtung genügend Anlass zur Diskussion.
Bei der Frage, was die Fed noch machen kann, um die Geldpolitik zu lockern, scheiden sich die Geister auch innerhalb des FOMC. Negative Leitzinsen oder eine sogenannte „yield curve control“ wurden zuletzt mehrheitlich abgelehnt. Einige Währungshüter wollen die Forward Guidance schärfen und den Marktteilnehmern mehr Klarheit über die zukünftige geldpolitische Ausrichtung geben. Unseres Erachtens dürfte die Fed im Pressestatement nun betonen, dass die Leitzinsen erst dann angehoben werden, wenn das durchschnittliche Inflationsziel von 2% „nachhaltig“ erreicht wurde. Damit würde die Fed die Forward Guidance konkretisieren und ein längerfristig niedriges Leitzinsniveau verankern. Die Währungshüter werden aber keine exakten Angaben machen, wie lange die Inflation tatsächlich höher ausfallen soll.

Turnusgemäß werden im Nachgang der FOMC-Sitzung aktualisierte Projektionen veröffentlicht, wobei die Erwartungen für das Jahr 2023 neu in die Prognosen aufgenommen werden. Im Juni gaben die Währungshüter zu Protokoll, dass weder beim Deflator der persönlichen Konsumausgaben (PCE) noch bei der Kernrate der persönlichen Konsumausgaben (Kern-PCE) bis Ende 2022 eine zwei vor dem Komma stehen wird. Im Median erwarteten die Währungshüter für das Jahr 2022 eine Inflationsrate von rund 1,7%. Auch wenn die Fed-Ökonomen nun eine Prognose für das Jahr 2023 abgeben, dürfte der erwartete Inflationsanstieg kaum die 2%-Marke deutlich überschreiten. Da aber sogar die in der Vergangenheit im Mittel zu niedrige Preissteigerung ausgeglichen werden soll und damit Inflationsraten oberhalb von 2% angestrebt werden, dürften Leitzinserhöhungen bis 2023 oder noch länger wohl nicht auf der Tagesordnung stehen. Wir gehen davon aus, dass die Fed-Ökonomen auch im Jahr 2023 mehrheitlich von einem Nullzinsniveau ausgehen. Die Fed bleibt damit bis auf weiteres ultra-expansiv ausgerichtet.

Fed-Chef Powell dürfte auf der Pressekonferenz nochmals ausführlich zur jüngst veröffentlichten Strategieänderung Stellung nehmen. Außerdem dürfte er erneut darauf hinweisen, dass der Kongress weitere fiskalpolitische Maßnahmen in die Wege leiten muss, um die Wirtschaft zu unterstützen. Insgesamt dürfte Powell zudem betonen, dass der wirtschaftliche Ausblick aufgrund der Gesundheitskrise sehr ungewiss sei.

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