Erneute Infektionswelle ist eine Gefahr für die wirtschaftliche Erholung in Frankreich

Nach einem kräftigen Minus im ersten Quartal ist Frankreichs Wirtschaft im zweiten Vierteljahr um 13,8 Prozent gegenüber dem Vorquartal regelrecht abgestürzt. Ein so starker Rückgang wurde bislang noch nicht gemessen. Grund dafür waren die strengen und andauernden Corona-Schutzmaßnahmen. Nach Berechnungen der Banque de France wurde das wirtschaftliche Aktivitätsniveau durch den Lockdown im März um rund 30 Prozent und im April um 27 Prozent im Vergleich zu einer „normalen“ Woche gedrückt. Inzwischen hat die Volkswirtschaft aber schon wieder mehr als 90 Prozent des Normalniveaus erreicht.

Das zunächst schnelle Anspringen des Wirtschaftsmotors zeigte sich an den gängigen Konjunkturindikatoren. Die Industrie hat schon wieder ein gutes Stück des Produktionsrückgangs aufarbeiten können. Auch die Auftragseingänge haben schon zugelegt. Zudem ist die Ausgabenfreude der Konsumenten zurückgekehrt. Insgesamt erholt sich die französische Wirtschaft, aber die Dynamik scheint aktuell etwas an Schwung zu verlieren.

Was Kopfzerbrechen bereitet, ist das inzwischen deutlich beschleunigte Infektions-geschehen in Frankreich. Angesichts der wirtschaftlichen Einbußen, die der Lock-down im ersten Halbjahr erzeugt hat, will man erneute landesweite Eindämmungs-maßnahmen verhindern. Alles andere wäre auch eine wirtschaftliche Katastrophe. Daher wurden die Vorsichtsmaßnahmen in letzter Zeit wieder verstärkt. Aber verbreitet sich das Virus ungebremst weiter, dann könnte die Epidemie den Aufschwung abwürgen.

 

 

 

 

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