Einkaufsmanagerindizes im Euro-Raum: Die Angst vor der zweiten Welle unter den Dienstleistern

Unter den europäischen Dienstleistern scheint mehr und mehr die Sorge vor einer zweiten Infektionswelle im Herbst Oberhand zu gewinnen. Weite Teile des Dienstleistungssektors leiden ohnehin noch immer unter den teilweise geschäftseinschränkenden Sicherheitsmaßnahmen der Pandemie-Bekämpfung wie Abstandsregeln und Maskenpflicht. Ein weiterer Lockdown wäre eine wirtschaftliche Katastrophe. Kein Wunder, dass sich die Stimmung unter den Dienstleistern gemäß der Umfrage von IHS Markit im September deutlich eingetrübt hat. Trotz einer besseren Stimmung in der Industrie ging daher der umfassende Composite Index von 51,9 auf 50,1 Punkte zurück. Corona und seine Folgen sind noch lange nicht ausgestanden.

Auch die Stimmung der deutschen Einkaufmanager war im September zweigeteilt. Während die Messzahl im lange Zeit kriselnden verarbeitenden Gewerbe deutlich zulegte, sank das Stimmungsbarometer der Dienstleister unter die Expansionsmarke von 50 Indexpunkten. In der Summe ging der Composite-Index von 54,4 auf 53,7 Punkte leicht zurück. Das merkliche Stimmungsplus in der Industrie ist gemäß IHS Markit auf ein deutliches Auftragsplus zurückzuführen, auch die Beschäftigungsabsichten sinken nicht mehr so stark. Die Industrie stabilisiert sich, während die Dienstleister unter den Einschränkungen der Pandemie-Bekämpfung leiden. Insgesamt bleibt die deutsche Wirtschaft auf Basis der Umfragen auf Erholungskurs, wenn auch etwas verhaltener als zuvor.

In Frankreich hat sich die wirtschaftliche Stimmung insgesamt deutlich eingetrübt. Der umfassende Composite-Index für Frankreich sank von 51,6 auf 48,5 Punkten. Damit liegt er wieder unter der neutralen Marke von 50 Zählern. Während die Einkaufsmanager im verarbeitenden Gewerbe die Situation etwas besser einschätzten als noch im Vormonat, gab das Stimmungsbarometer der Dienstleister um satte 4 Punkte nach und rutschte damit auf ein Wert von 47,5. Die sehr hohen Neuinfektionen drücken hier die Stimmungslage. Die Aufträge sinken weiter und die Beschäftigungsabsichten nehmen aufgrund der Furcht vor einem zweiten Lockdown ab. Diesen gilt es zu verhindern, um die wirtschaftliche Erholung nicht abzuwürgen.

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