Jungendarbeitslosigkeit wird zu einem Problem im Euroraum

Das Corona-Virus hat im ersten Halbjahr harte konjunkturelle Rückschläge in den Volkswirtschaften rund um den Globus bewirkt. Im Euro-Raum konnte mithilfe umfangreicher Maßnahmen immerhin der Arbeitsmarkt vor schwereren Verwerfungen bewahrt werden. Doch läuft es längst nicht in allen Altersgruppen gleichermaßen gut. Insbesondere in der Gruppe der unter 25-jährigen wurde seit den Lockdownmaßnahmen ab März ein recht zügiger Anstieg in der EWU-Arbeitslosenquote verzeichnet.

Einer der Gründe für die rapide Verschlechterung der Jugendarbeitslosigkeit ist der Umstand, dass Unternehmen in Corona-Zeiten aufgrund erhöhter Unsicherheit deutlich weniger Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen. Das stellt insbesondere all jene vor eine Herausforderung, die nach ihrem Abschluss im Corona-Sommer die Schule verlassen haben und nur schwer oder gar keine Ausbildung finden. Zudem werden befristete Arbeitsverhältnisse in den unsicheren Zeiten kaum verlängert.

Die Gefahr dabei ist, dass diese Personen dauerhaft in die Arbeitslosigkeit abrutschen. Je länger sich eine Person in Arbeitslosigkeit befindet, desto schwierig wird die Integration in den Arbeitsmarkt. Bereits nach einem Jahr Arbeitslosigkeit ist die Perspektive für die Arbeitssuchenden merklich verschlechtert. Für eine Volkswirtschaft ergeben sich in diesem Zusammenhang vor allem zwei belastende Faktoren. Einerseits geht dem Wirtschaftskreislauf Arbeitskraft in Form von produktivem Humankapital verloren. Das heißt, dass entweder die Jobsuchenden eine Arbeit annehmen, die deutlich unter Ihrer Qualifikation liegt oder sogar die Arbeitslosigkeit trotz Qualifikation anhält. Zum anderen steigen die Sozialausgaben des Staates an, je mehr und je länger sich Menschen als arbeitslos registrieren. Das geschieht zum einen beispielsweise in Form von Arbeitslosengeldtransfers, aber auch durch umfangreichen Aufwendungen beispielsweise in Form von Vermittlungsversuchen oder Weiterbildungsmöglichkeiten.

 

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