DZ BANK Research

Aktienmärkte: Kommt eine Kursrallye zum Jahresauftakt 2018?

Im Dezember konnten die Aktienmärkte keine großen Fortschritte verbuchen. Der Großteil der Jahresendrallye erfolgte diesmal bereits im September und im Oktober, als die großen Aktienindizes um bis zu sieben Prozent zulegen konnte. Zuletzt fehlten sowohl positive als auch negative Impulse, um den Aktienmärkten einen neuen Richtungswechsel vorzugeben. Die Volatilität liegt auf einem Allzeittief. Wir gehen jedoch davon aus, dass nach dem schwachen Dezember der Januar und Februar umso bessere Börsenmonate werden können. Dafür gibt es mehrere Gründe. Einer davon ist, dass viele Anleger im Januar bestehende Positionen in Aktien aufstocken werden. Das Jahr 2017 wies eine sehr gute Kursentwicklung auf (DAX +14%, Euro Stoxx 50 +12%), was üblicherweise in den Ausbau bestehender Positionen mündet. Aus unserer Sicht ist eine Aufstockung die richtige Entscheidung, denn die niedrigen Zinsen sichern die Aktienmärkte nach unten ab, so dass eine Korrektur zunächst ausbleiben dürfte. Gleichzeitig sollten die Gewinne der Unternehmen dank einer starken Weltkonjunktur…

Deutsche Autoindustrie weiter auf der Überholspur

Aufgrund des guten fundamentalen Umfeldes haben sich die deutschen Automobilewerte mit einer durchschnittlichen Kurssteigerung von 11% im ersten Halbjahr 2001 sehr gut entwickelt und lagen deutliche über der Kurssteigerung des DAX, die bei 4% lag.. Insbesondere dank der anhaltend guten Nachfrage in den Emerging Markets und den USA konnten die deutschen Hersteller in den ersten fünf Monaten des Jahres, nach der guten Absatzentwicklung in 2010, ihre weltweiten Absatzzahlen erneut im zweistelligen Prozentbereich steigern. Insbesondere die Verkaufszahlen in China können vor dem Hintergrund einer Normalisierung der Wachstumsraten des chinesischen Gesamtmarktes überzeugen. Um die hohe Nachfrage befriedigen zu können, planen die deutschen Hersteller eine Verkürzung bzw. Produktion innerhalb der Sommerferien. Mittelfristig erwarten wir einen weiteren Zuwachs der weltweiten Autonachfrage, die primär durch die Wachstumsregionen getragen wird.

Rendite zehnjähriger Bunds: 3% sind zu wenig

Die Kapitalmarktrenditen befinden sich aktuell wieder auf dem Weg nach unten. Die Sätze auf zehnjährigen Bundesanleihen hatten im April an der Marke von 3,50% gekratzt, sind hieran aber abgeprallt. Momentan nehmen sie die 3,0% ins Visier. Das neuerliche Kaufinteresse geht zum einen auf einen Warnschuss der Ratingagentur S&P zurück. Diese hatte die langfristigen Fremdverbindlichkeiten der Vereinigten Staaten mit einem negativen Ausblick versehen. Dies ließ die Investoren einmal mehr den Schutz der vermeintlich „sicheren Häfen“ suchen, wovon insbesondere die deutschen Bundesanleihen profitiert haben.

Griechenland – Fass ohne Boden?

Die Diskussion über einen baldigen Kapitalschnitt bei den ausstehenden Schulden Griechenlands hat in den letzten Tagen erneut für Unruhe gesorgt. Bei dieser Diskussion geht es weniger um die Frage, ob die Griechen ihre Schulden nicht mehr zurückzahlen können – dies scheint von vornherein eher unwahrscheinlich. Vielmehr hat zur Debatte gestanden, dass eine Umschuldung umgehend erfolgen müsse.

Tritt Griechenland aus der Währungsunion aus?

In den zurückliegenden Tagen hat Griechenland erneut für Schlagzeilen gesorgt. Eine Voraussetzung für die Gewährung der Hilfsgelder durch die internationale Staatengemeinschaft war, dass Griechenland die Schuldenlast in den Griff bekommt. Sollte der IWF das bei seiner turnusmäßigen Überprüfung der griechischen Staatsverschuldung im Juni in Zweifel ziehen, dürfte eine Umschuldung schon vor dem Auslaufen des Hilfspaketes Mitte 2013 wahrscheinlich werden. 

Ernüchterung am Rohstoffmarkt. Korrektur führt zu einer vernünftigen Bewertung

Bis Anfang Mai kannte der Rohstoffmarkt nur eine Richtung, die nach oben! Allen voran die Energieträger und Edelmetalle haben eine sehr positive Preisentwicklung hingelegt. Neben dem Konflikt in Libyen, der bei Rohöl zum Aufbau einer deutlichen Risikoprämie führte, waren überwiegend der schwache US-Dollar und die optimistische Stimmung der Anleger bezüglich der globalen Konjunkturentwicklung verantwortlich.  Aber auch die steigende Inflationserwartung löste bei Anlegern vermehrt das Bedürfnis aus, in Sachwerte zu investieren. Gold und Silber stiegen als Folge recht stark an. Der Silberpreis legte seit Jahresbeginn in der Spitze um über 63 % zu. Diese Entwicklung war überzogen und musste eine Korrektur als Folge haben.

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