Bettina Hofmann

Deutscher Aktienmarkt: Potenzial noch nicht ausgeschöpft

In der Woche nach dem Japan-Erdbeben hatten wir im Bereich um 6.600 DAX-Punkte empfohlen, das ermäßigte Aktienkursniveau zum Einstieg zu nutzen. Wir sahen zu diesem Zeitpunkt gute Chancen, dass sich die Einwirkung der damaligen Stressfaktoren – namentlich die Nachwirkungen des Japan-Erdbebens, die Konflikte in der arabischen Welt sowie die Portugal-Krise – bis Ende Mai 2011 verflüchtigen und die anstehende Dividendensaison sowie sehr gute Berichtsdaten für das erste Quartal dem Aktienmarkt weitere fundamentale Unterstützung liefern würden.

Update zur Berichtssaison in Deutschland

In dieser Woche endet in Deutschland die Berichtssaison zum 1. Quartal. Die volkswirtschaftlichen Frühindikatoren wie zum Beispiel der DZ BANK-Euro-Indikator, die zuletzt sehr stabil ausfielen, deuteten bereits im Vorfeld darauf hin, dass der Geschäftsverlauf bei den Unternehmen im ersten Quartal gut verlaufen sein sollte. Entsprechend gut fielen jetzt tatsächlich die Ergebnisse aus, auch wenn sich Gewinndynamik in der 2. Hälfte der Berichtssaison etwas abflaute. Insgesamt 16 der 25 Gesellschaften, die bisher zum abgelaufenen Quartal berichtet haben, übertrafen die – gemessen am operativen Ergebnis – Konsenserwartungen, davon neun Unternehmen sehr deutlich.

Internationale Häusermärkte: Korrektur hält auch 2011 an

In Deutschland sind die Voraussetzungen für einen kräftigen Preiszuwachs Dank des starken Wirtschaftswachstums, hoher Beschäftigung und einem niedrigen Zinsniveau so günstig wie seit langen nicht mehr. Wir erwarten 2011 daher einen Preisanstieg für Wohnimmobilien von 3 bis 4 Prozent. Der Zuwachs fällt voraussichtlich nicht höher aus, weil starken regionalen Märkten auch eine recht hohe Anzahl schwacher Teilmärkte gegenüber steht.